Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Du beabsichtigst Deutschland den Rücken zu kehren und willst lieber in Finnland die Mücken zählen? Das will gut bedacht und vorbereitet sein! Hier kommen auch im "Exil" lebende Deutsche, Schweizer und Österreicher zu Wort.

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André
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von André » 8. Dez 2015 20:56

Man muss da, glaube ich, ein wenig unterscheiden zwischen dem Norden und dem Süden, was die Deutschenfeindlichkeit angeht. Wer einmal die Bilder vom "Schornsteinwald" in Rovaniemi gesehen hat oder die Berichte von Kriegsflüchtlingen mitten im Winter und den unnötigen Morden gelesen hat, der kann den Terminus vom "Lapplandbrenner" gut nachvollziehen. Dieser Teil der Geschichte ist im Norden nicht nur in der Erinnerung der Alten, sondern wird auch den Schülern vermittelt. Wahrscheinlich dürfte jedes Kind in Rovaniemi wenigstens einmal mit der Schule im Arktikum gewesen sein, wo der zerstörerische Rückzug der deutschen Truppen drastisch und umfassend dargestellt wird. Davon abgesehen ist der Rückzug in der Taktik der verbrannten Erde genauso schizophren wie vieles andere was unter dem NS-Regime passiert ist. Hätten sie die Geschütze liegengelassen und wären einfach raus, dann wäre nichts weiter passiert. Der Krieg war zu diesem Zeitpunkt ohnehin definitiv verloren. Was im deutschen Wikipedia-Eintrag zum "Lapplandkrieg" steht, wird übrigens in Finnland anders erzählt. Da sind wohl deutsche Militärfreaks im Einsatz.

Im Süden halte ich die Menschen ganz im Gegenteil eher für deutschlandfreundlich. Erstens weiß eigentlich jeder (wenn nicht aus Dokumentationen, dann doch zumindest aus "Hier unter dem Polarstern"), dass eine Reihe von Offizieren der Weißen im Bürgerkrieg eine freiwillige Ausbildung in Deutschland gemacht hatte und dass dies den Ausschlag für den Ausgang des Krieges gab (die Weißen gelten ja noch immer als Helden im Runebergschen Sinne). Außerdem dürften die meisten ja sehr geschichtsbewussten Finnen um die Waffenbrüderschaft mit den Deutschen im Fortsetzungskrieg wissen. Einige Deutsche hatten sogar die höchsten militärischen Auszeichnungen bekommen. Speziell der Stellungskrieg in der zweiten Hälfte, wäre ohne deutsche Schützenhilfe nicht durchgehalten worden. Jede mir bekannte finnische Dokumentation über den Fortsetzungskrieg geht ausführlich auf die Verbindung zu den Deutschen ein. Übrigens habe ich sogar im Norden, in Inari, Kinder von Karelienflüchtlingen kennengelernt, die ausgesprochen deutschaffin waren. Es gibt in Finnland einfach auch unterschiedliche Geschichtsbilder.

Die Sache mit dem ausgeprägten Nationalstolz stößt mich auch ab. Es ist so verbreitet, dass ich mir angewöhnt habe unentwegt das Land, seine Geschichte und Kultur zu loben wenn ich dort bin, was mir freundliche Gesichter, lange Unterhaltungen und allerlei kulinarische Kostproben einbringt. Lustig war, wie mich ein guter Freund aus Südfinnland in Nürnberg besucht hat und mir als Gastgeschenk eine finnische Flagge sowie eine Sonnenbrille mit dem finnischen Symbol darauf mitgebracht hat. Er hat mir auch mal zu Weihnachten einen Keksausstecher in Finnlandform geschickt. Ich stelle mir vor, ich würde nach Finnland eine Deutschlandflagge als Gastgeschenk mitbringen... :lol:

Man muss vielleicht nicht unbedingt in Finnland wohnen. Als Tourist ist man herzlich willkommen, als Aussiedler - "maahanmuuttaja" nicht wirklich. Auch ist die soziale und wirtschaftliche Situation nicht so, dass man momentan unbedingt aus Deutschland nach Finnland müsste.

AnnaM
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von AnnaM » 9. Dez 2015 10:08

Moin,
das Buch ist es nicht, da es ja von 2010 ist. Das erste Buch von ihm habe ich aber bereits 2004/2005 gelesen, wie gesagt auf englisch/finnisch. Das hat mein Mann damals aus Finnland mitgebracht, bevor wir geheiratet haben, es ist also mind. 10 Jahre her. Ich hatte damals schallend gelacht und es in wenigen Tagen verschlungen, bis ich dann im Laufe der Jahre feststellen musste, dass es weder Ironie noch Satire war, sondern die bittere Realität.

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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von AnnaM » 9. Dez 2015 11:48

.... es hat mir doch keine Ruhe gegeben, das Buch heißt "From Finland with Love" ... Den "König von Helsinki" halte ich auch nicht für lesenswert....
http://www.goodreads.com/book/show/4628 ... akkaudella

Simon89
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von Simon89 » 13. Dez 2015 14:28

Hier hat sich in den wenigen Tagen meiner Abwesenheit ja doch einiges getan. Nun, was soll ich sagen? Auf Fremdenfeindlichkeit kann und wird man überall stoßen, völlig egal wo es einen hinzieht. Dies ist mir bewusst und wird mich auch von meinem Traum nicht abhalten. Inzwischen ist es mir auch nicht mehr wichtig, ob es denn nun Süd- oder Nordfinnland wird. Erstmal geht es mir nur darum, überhaupt in Finnland Fuß zu fassen. Wenn ich ehrlich bin, dann gefällt mir Lappland aber dennoch am besten.

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Peter
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von Peter » 14. Dez 2015 12:40

Ich weiß nicht... Lappland hat seine schönen Seiten, für den Naturliebhaber, den Ruhesuchenden und den Wanderer... im Urlaub! Aber dauerhaft dort als Nicht-Nordländer dort wohnen? Das fällt selbst den Finnen, Norwegern und Schweden, die nördlich des Polarkreises leben, nicht leicht. Die vielen Alkoholabhängigen und Suizide dort oben sprechen für sich. Ich habe gerade wieder in der Zeitung gelesen, wie schwer es die Schweden damit haben, dringend notwendige Ärzte im Norden ihres Landes anzuwerben, trotz Spitzengehältern, Umzugshilfen, Wohnungsbeschaffung etc. Wer sich als deutscher Arzt dort bewirbt wird von heute auf morgen genommen.
Nun gut, du hast ja vielleicht nicht vor, gleich ins nördlichste Lappland, beispielsweise nach Inari zu ziehen, wo du zur Kaamos-Zeit die Sonne nicht mehr siehst. Es sei denn, du suchst die Depression. Aber was ganz entscheidend ist: Wenn du nicht gerade den Lotto-Jackpott geknackt hast, bist du doch auf eine Arbeit angewiesen, von der du dich und ggf. später deine Familie ernähren kannst. Und entsprechende Möglichkeiten werden, je weiter du Richtung Norden fährst, immer knapper. Dies auch für Finnen, die das Problem mit der finnischen Sprache nicht haben.

Ich will dir die Lust am Auswandern nicht nehmen. Aber sei bitte realistisch. Mit deiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und deiner jetzigen Tätigkeit als Marktleiter sieht es für dich in Lappland auch nicht so rosig aus. Die Minimärkte, die ich da gesehen habe sind eher kleine, familiengeführte "Krämerläden", Rovaniemi einmal ausgenommen. Die Stadt hat immerhin gut 60.000 Einwohner und und bietet einige Shoppingcenter und sonstige Geschäfte. Weiter nördlich wird es aber mau.
Rovaniemi und das Umfeld wäre mir aber auch schon zum dauerhaften Wohnen zu weit nördlich. Die klimatischen Verhältnisse, der lange Winter mit seinen wenigen Sonnenscheinstunden oder richtiger hellen Stunden am Tag...

Nun ja, ich bin nicht du und habe da vielleicht andere Bedürfnisse. Trotzdem solltest du derartige erschwerte Lebensbedingungen in Polarkreisnähe, welche für z.B. Deutsche ganz andere sind als gebürtige Finnen bzw. Lappen, nicht unterschätzen. Für mich wäre bei Auswanderungsgedanken, die ich vor langer Zeit einmal hegte, in Finnland etwa in Höhe von Kajaani Schluss, besser noch Kuopio (keine schöne Stadt).

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Tenhola
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von Tenhola » 14. Dez 2015 13:44

@Peter, Du hast die Situation in Lappland sehr gut dargestellt.
Ich kenne einige Leute, welche ihren Lapplandtraum wieder aufgeben mussten und bei den meisten war es eben die Arbeitslosigkeit und das mangelnde Geld.

Nun es gibt ja nicht nur Lappland, aber auch südlich sieht die Situation nicht gerade rosig aus.Es ist ja auch für viele Finnen nicht einfach eine Arbeit zu finden.
Um in Finnland als Ausländer Fuss zu fassen, gibt es eigentlich nur 3 Möglichkeiten. Einen Arbeitsvertrag, Familiärebindung oder genügend Vermögen/Rente um den Lebensunterhalt aus eigener Tasche bezahlen zu können.

Simon89
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von Simon89 » 14. Dez 2015 21:25

Die derzeitige Wirtschaftssituation ist mir natürlich bekannt. Insgeheim hoffe ich auf einen baldigen Euro-Austritt Finnlands. So wäre man nicht mehr an eine Währung gebunden und könnte seine eigene ganz einfach anpassen, was die Wirtschaft entlasten würde. Vielleicht darf man nebenbei auch noch auf ein baldiges und endgültiges Ende der Sanktionen gegen Russland hoffen. Aber dies ist ja nun auch wieder ein ganz anderes Thema.

Zurück zum Auswandern: Familiäre Bindungen in Finnland habe ich definitiv keine. Genügend Vermögen um den Lebensunterhalt aus eigener Tasche zu zahlen hätte ich zwar, jedoch auch nur für begrenzte Zeit. 1-2 Jahre würde mein Geld sicher ausreichen. Jedoch würde mir dies am Ende wohl auch nicht wirklich etwas bringen. Also brauche ich einen Arbeitsvertrag. Idealerweise bei einem deutschen Unternehmen in Finnland. Vielleicht gibt es ja auch irgendwo in Finnland einen Job, den absolut niemand machen möchte. Aus welchem Grund auch immer. Für den Anfang wäre mir mein Gehalt vermutlich sogar ziemlich egal. Dann verdiene ich am Anfang eben weniger. Macht ja nichts, ich habe einiges an Geld zur Seite gelegt. So kann ich mich erst einmal einleben, meine Sprachkenntnisse festigen und mich im späteren Verlauf auch noch nach etwas anderem umsehen. Vermutlich ist das Ganze aber auch nur ein Wunschdenken.

@Peter, mir macht die Kälte eigentlich recht wenig aus. Ich bin ein Mensch, der es eher kalt mag. Ich persönlich empfinde unseren Sommer in Deutschland als ziemlich unangenehm und viel zu warm. Deswegen "flüchte" ich im Sommer immer nach Finnland. Zugegeben, ich kenne Finnland nur als Tourist und habe absolut keine Vorstellung davon, wie es wirklich ist für längere Zeitraum einen solchen Zustand zu erleben. Hauptsächlich war ich auch nur im Sommer in Finnland, kenne aber natürlich auch den finnischen Winter. Unterm Strich kann ich mir eigentlich (fast) überall in Finnland etwas vorstellen. Kuopio habe ich auch nicht wirklich negativ in Erinnerung. Aber gut, mir gefiel es sogar in Tohmajärvi recht gut.

Simon89
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Einen Job finden und auswandern

Beitrag von Simon89 » 17. Dez 2015 22:30

Edit: Dieser Beitrag wurde von mir hierher übertragen.

Peter (Admin)

Vor etwa einem Jahr habe ich bereits hier ein Thema eröffnet und meine Situation erläutert. Nun möchte ich es hier nochmals mit einem neuen Thema versuchen. Vielleicht findet sich noch jemand, der etwas dazu beitragen kann. Ich habe hier jetzt einmal alles zusammengefasst und auf den aktuellsten Stand gebracht.

Zu mir selbst: Ich bin 26 Jahre alt und gelernter Einzelhandelskaufmann. Derzeit arbeite ich in der Marktleitung. Ich spreche fließend Deutsch und Englisch. Meine Sprachkenntnisse in Finnisch reichen aus um etwas Smalltalk zu führen und ohne den Gebrauch der englischen Sprache in Finnland auszukommen. Definitiv reichen meine Sprachkenntnisse aber nicht aus um meinen Beruf so ohne weiteres auch in Finnland ausüben zu können.

Ich habe etwa 30.000€ zur Seite gelegt, weswegen mir mein Gehalt am Anfang wirklich nicht wichtig wäre. Auch mein Wohnort wäre mir zu Beginn nicht so wichtig. Am Anfang möchte ich einfach nur einen festen Job haben um mich einzuleben und nebenbei die Sprache noch etwas besser zu lernen. Nach etwas anderem kann man sich auch später noch umsehen. Demnach wäre ich für vieles offen. Ich würde sicher auch etwas machen, dass ich nicht gelernt habe. Vielleicht sogar einen dieser Jobs, die sonst niemand machen möchte.

Wie und wo finde ich einen solchen Job? Gibt es irgendwelche speziellen Berufsbereiche, die für mich Interessant wären? Gibt es irgendwo eine Auflistung deutscher Firmen/Unternehmen/Arbeitgeber in Finnland?

leonie
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von leonie » 18. Dez 2015 17:48

@simon89
Da will aber einer unbedingt nach Finnland.
Versuchs doch mal über Eures
https://ec.europa.eu/eures/public/de/homepage
Du sagst, du warst schon oft in Finnland als Tourist, hast du Kontakte Freunde dort? Im Grunde läuft es in Finnland auch nicht anders als hier. Du kennst jemanden der jemanden kennt.! Wenn nicht such dir welche. Zum Beispiel über Facebook oder andere soziale Medien
Dort gibt es soo viele Sprach - und Interessengruppengruppen. da bekommt man auch die ein oder andere Anregung und Hilfe.
Ich halte es auch für unerlässlich einen längeren Zeitraum im Land zu verbringen.Dann realtiviert sich die ein oder andere Euphorie und du kriegst einen weitaus
realistischeren Blick auf Land und Leute. Vorallem wenn wenn man weiter weg vom Schuss ist, was in Lappalnd ja kein Problem ist. Gefällt dir ja scheinbar da ganz gut dort.
Wünsche dir Glück!
lg

Simon89
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von Simon89 » 19. Dez 2015 21:12

Eures scheint mir dann doch eher etwas für wirkliche Fachkräfte zu sein. Ich bin lediglich gelernter Einzelhandelskaufmann und bezweifle sogar, dass diese Ausbildung in Finnland überhaupt irgendwelche Anerkennung genießt. Auch habe ich nicht wirklich gute Kontakte in Finnland. Für den Anfang wäre mir mein Wohnort aber nun wirklich egal. Für 1-2 Jahre hält man es sicher auch im nördlichsten Lappland aus. Nach dieser Zeit hat man sich dann eingelebt und auch die Sprachkenntnisse durch tägliche Anwendung gefestigt. Den nächsten Job findet man durch diese Tatsachen dann auch einfacher, vor allem da man schon im Land ist. Deswegen würde ich 1-2 Jahre "Leidenszeit" gerne in Kauf nehmen. Die Frage bleibt bestehen: Wer sucht denn bitte einen gelernten Einzelhandelskaufmann aus Deutschland, der im Moment in Deutschland lebt und auch kein fließendes Finnisch spricht? Da muss man doch schon wirklich absolut verzweifelt nach Arbeitskräften suchen. Man hat mir geraten, mich einmal im Transportbereich umzusehen. Aber ohne LKW-Führerschein erübrigt sich das Ganze wohl bereits vorher. Auch deutsche Unternehmen in Finnland wollen sicher jemanden, der ein besondere Fähigkeiten hat und fließend Finnisch spricht. Was bleibt übrig? Auf einer Farm zu arbeiten? Das wäre sicher ein Beruf, der weniger bei einheimischen Fachkräften gefragt ist, wäre aber auch ein ziemlich großer Abstieg im Vergleich zur jetzigen Situation.

Vielleicht sollte ich aufhören zu träumen und langsam die Fakten akzeptieren, dass ich mit meiner Ausbildung eigentlich keine Chance habe (...)

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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von leonie » 19. Dez 2015 21:29

Hallo
ach was, gib einfach Gas mit der Sparache. Beleg doch im Urlaub mal einen Sprachkurs in Finnland, gibts viele! Dann lernst du Leute kennen , die Sprache und wer weiss.........

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André
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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von André » 19. Dez 2015 21:59

Weil Du immer wieder fragst, was Du machen sollst - die entscheidende Idee muss man wohl immer selber haben... In Deutschland bekommst Du immer einen Job bei McDonalds und Konsorten, bei Reinigungsfirmen, Zeitarbeitsfirmen, Nachtschicht am Fließband, in der Pflege. Alles das sollte auch in Finnland funktionieren. Schaue Dir doch mal Stellenanzeigen durch und bewerbe Dich einfach. Bitte um ein Gespräch per Skype oder Telefon. Sag Ihnen, dass Du sofort hinziehst, wenn Sie Dir einen Vertrag senden. Das sollte doch Eindruck schinden. "Hei, ich bin bereit nach ... zu ziehen, wenn Ihr mir nur den Job am Fließband gebt". Mache vor allem wovon Du träumst, solange Dein Alter und Deine Lebensumstände das noch zulassen.

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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von Simon89 » 19. Dez 2015 22:42

Wenn ich ein wirklich ernstes Angebot hätte, dann würde ich sogar übers Wochenende nach Finnland zu einem Vorstellungsgespräch fliegen. Im Pflegebereich habe ich mich noch nicht umgesehen, weil ich doch mal stark davon ausgehe, dass ich eine entsprechende Schulung dafür benötige. Oder irre ich mich da?

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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von André » 20. Dez 2015 20:58

Mach in Deutschland eine Umschulung. Die bekommst Du momentan nachgeworfen. In Bayern soll es sogar eine dreimonatige Schulung mit offiziellem Zertifikat geben, wonach Du direkt in die Arbeit starten kannst. Du kannst Dich auf dem Arbeitsamt darüber informieren. Ich habe den Vorschlag mit reingeschrieben weil ich vor ein paar Monaten eine finnische Doku gesehen habe, wo sie über den Fachkräftemangel im Pflegebereich berichtet haben. Sie haben gezeigt, dass vor allem Frauen aus Estland und osteuropäischen Staaten nach Finnland kommen und in die Pflege gehen. Einige von denen hatten sogar mangelhafte Sprachkenntnisse, konnten sich aber grundlegend schon mit den Patienten verständigen. Es war einer der Punkte, die als kritisch in der Doku rausgestellt wurden. So genau kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern. Gestern haben sie in den Abendnachrichten gezeigt, dass gegenwärtig viel Geld in neue Pflege- und Krankeneinrichtungen investiert wird. So wird in Oulu ein neues Frauen- und Kinderkrankenhaus gebaut. In Finnland ist es genauso wie in Deutschland, die Gesellschaft altert rapide und im Pflegebereich werden dringend Leute gesucht.

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Re: Nach Finnland auswandern. Ich brauche Rat.

Beitrag von Simon89 » 20. Dez 2015 22:06

Dann gleich meine Frage an alle, die sich damit für Finnland auskennen: Wird eine solche Grundausbildung zum Pflegeassistenten überhaupt in Finnland anerkannt? Ganz so einfach dürfte es dann doch nicht sein.

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