Kemijärvi

Städte, Orte und Dörfer mit ihren Eigenarten und Sehenswürdigkeiten, Fabrikläden, landschaftlich besonders schöne Ecken, idyllisch gelegene Seen mit einsamen Badestränden... Da hat doch jeder Finnlandurlauber ein paar tolle Tipps!?

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achim
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Kemijärvi

Beitrag von achim » 30. Jul 2010 14:58

Kemijärvi ist eine freundliche, lebhafte, kleine Stadt genau dort, wo sich der Kemijoki zu einer riesigen seenartigen und buchtenreichen Wasserfläche verbreitert. Das Zentrum von Kemijärvi liegt auf einer Insel, die durch Brücken mit dem Ufer und den anderen Stadtteilen verbunden ist. Steht man irgendwo im Ort etwas erhöht, geniesst man einen herrlichen Rundblick über den Fluss bzw. See, der in der Ferne von zahlreichen für Lappland so typischen Tunturi umgeben wird. Wie in Rovaniemi haben auch hier das Wasser und die dunklen Nadelwälder der Umgebung die Stadt fest im Griff. Auch wenn die Stadt recht lebhaft ist, spürt man bereits die Einsamkeit der dünn besiedelten Umgebung.
Kemijärvi, ca. 80km. nordöstlich von Rovaniemi, gilt als die nördlichste Stadt Finnlands und mit seinen ca. 9.000 Einwohnern als die viertgrösste Stadt Finnisch-Lapplands nach Rovaniemi, Kemi und Tornio. Wie viele finnische Orte wirkt auch Kemijärvi zunächst eher schlicht. Hauptattraktion ist auch hier meiner Ansicht nach wieder das gekonnte Zusammenspiel zwischen bebauter Siedlung und Natur. Aber ein besonderes Highlight ist der erhaltene freistehende Glockenturm einer ehemaligen Holzkirche aus dem 16. Jahrhundert. Er befindet sich direkt neben der 1956 erbauten neuen Stadtkirche, in der man wiederum den Holzturm als Modell sehen kann. Im Kunst- und Kulturzentrum von Kemijärvi finden u. a. internationale Holzschnitzwettbewerbe statt. Im August 2009 befand sich auf dem Hauptplatz der Stadt, wo immer wieder die Werke der Gewinner ausgestellt werden, die Skulptur eines japanischen Schnitzers mit dem Titel: "Der Kuss". Ferner sehenswert sind ein kleiner Jachthafen, eine alte eiserne Eisenbahnbrücke nur für Güterverkehr Richtung Russland (Nordkarelien, Kolahalbinsel), eine Halbinsel, von woaus der einstige Haupterwerbszweig der Stadt, die Flösserei, betrieben wurde sowie eine kleiner Badestrand unweit der Geschäftsstrasse.
Der Rundgang durch die Stadt und entlang der Ufer hat etwas sehr beeindruckendes, da man sich hier wie in einer kleinen lebhaften Oase fühlt, in der die Einsamkeit der sie umgebenden Wildniss allgegenwärtig ist.

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