Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Eßgewohnheiten, Rezepte, finnische Küche

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Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von Sapmi » 6. Apr 2009 15:56

Aus anderem Thread:
sunny1011 hat geschrieben:
Ich meine "saksalaisen maun kanssa" (falls es diese Entsprechung gibt. Hier gibt es sie angeblich): das man experimentierfreudiger ist mit Lebensmittel, die nicht unbedingt auf einer Linie mit dem "einheimischen Geschmack" liegen. Und das es nicht nach wenigen Wochen wieder verschwindet. Die Diversität ist in D gegeben.
Ist das so? Und was ist z. B. mit Pizza in FIN? Gibt's doch auch an jeder Ecke. Und er ganze Ami-Müll, etc. :?:
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 6. Apr 2009 16:07

Natürlich gibt es die Produkte und oft sogar besser sortiert, nur die Art wie Menschen an bestimmtes rangehen:

- zu abenteuerliche Versuche etwas an den man zu bringen scheitern nach (zu) kurzer Zeit, Läden machen auf und zu, besonders ausserhalb der Hauptstadt :mrgreen: Beispiele: kaum authentische Restaurants bzw. Auswahl wird nach kurzer Zeit geändert oder landet in finn. Hand. Finde Griechen und Italiener in D authentischer.

- es ist ein feststehender Begriff "suomalaisen maun kanssa" - trifft allerdings in Realität nicht zu, das viele schon ihre Vergleichsbasis geschaffen haben (und salzen trotzdem :D ). Einiges wird dahinter versteckt, wenn man gefälligst was nicht braucht oder es gemeinschaftlich nicht mundet.

- mit fremd meinte ich eher die geheimtipp spezialitäten nicht Mars Riegel. In Lidl bleiben Themenwochen regelmässig liegen (in Plus spanische Wochen und es ist leergefegt!), weil es keinen Interessiert, in anderen Läden verschwinden schnell gewagte Versuche (russisches Sauerkraut, estisches Joghurt usw.). Skandinavisches Brot in D ist nicht wirklich mit Ami Müll zu vergleichen. Deutschland ist erfinderisch. Die Auswahl erschlägt mich gerade zu.

- Pitsa ist Nationalgericht (und anderes Fastfood), das war kein gutes Beispiel :mrgreen:
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von Sapmi » 6. Apr 2009 16:22

sunny1011 hat geschrieben: - Pitsa ist Nationalgericht (und anderes Fastfood), das war kein gutes Beispiel :mrgreen:
Doch. :P Denn Pizza kommt nun mal ursprünglich aus Italien und ist nicht von Finnen erfunden worden. :mrgreen: Ebenso der Ami-Fast-Food-Fraß. Trotzdem hat sich's durchgesetzt.

Was das Essen diverser anderer Nationaliäten angeht: Kann gut sein, dass das in D präsenter ist, aber liegt das nicht vor allem daran, dass es in D schon viel länger und mehr Ausländer gibt? Also insgesamt mehr Multikulti in D, denke ich.

Irgendwie ein interessantes Thema.

Kommt natürlich auch sehr auf die Gegend an. In Höllcity gibt's ja meines Wissens auch jede Menge ausländische Restaurants, oder? Also wenn man mal so dieses blöde "Helsinki This Week" durchblättert... In dünner besiedelten Gegenden ist davon natürlich nicht mehr soviel zu sehen. Aber so ist es wohl tendenziell in den meisten Ländern. Nur gibt's in D eben mehr stark besiedelte Gegenden, aber auf'm Land gibt's auch tendenziell fast nur deutsche Hausmannskost, bzw. regionale Küche, etc.
Naja, in Schweden gibt's z. T. auch in sehr kleinen Orten solche Imbiss-Buden mit amerikanischem oder türkischem Essen. Kommt halt drauf an, man kann ja auch nie jeden einzelnen Winkel kennen.
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 6. Apr 2009 19:08

Sapmi hat geschrieben:
sunny1011 hat geschrieben: - Pitsa ist Nationalgericht (und anderes Fastfood), das war kein gutes Beispiel :mrgreen:
Doch. :P Denn Pizza kommt nun mal ursprünglich aus Italien und ist nicht von Finnen erfunden worden. :mrgreen: Ebenso der Ami-Fast-Food-Fraß. Trotzdem hat sich's durchgesetzt.
Ich glaube, wenn Du einem Italiener sagen würdest, er hätte mit Felix was zu tun, wäre es ungemütlich geworden, *kleiner Scherz*
Sapmi hat geschrieben:Was das Essen diverser anderer Nationaliäten angeht: Kann gut sein, dass das in D präsenter ist, aber liegt das nicht vor allem daran, dass es in D schon viel länger und mehr Ausländer gibt? Also insgesamt mehr Multikulti in D, denke ich.
Jep und nicht nur damit sondern mit einem viel grösseren Markt (Bevölkerung) und eben wieder wenig Respekt vor eigenen Traditionen.
Sapmi hat geschrieben: Irgendwie ein interessantes Thema.
Jep, vorausgesetzt man kriegt es nicht gleich wieder in den falschen Hals.
Sapmi hat geschrieben: Kommt natürlich auch sehr auf die Gegend an. In Höllcity gibt's ja meines Wissens auch jede Menge ausländische Restaurants, oder? Also wenn man mal so dieses blöde "Helsinki This Week" durchblättert... In dünner besiedelten Gegenden ist davon natürlich nicht mehr soviel zu sehen. Aber so ist es wohl tendenziell in den meisten Ländern.
Nicht unbedingt, momentan ist Ethnoküche auf dem Vormarsch, hat's aber schwer, weil nur Geldwäsche nachgesagt wird und die Läden machen wieder schneller zu als auf (auch bei uns auf dem "Land" und noch weiter). In Helsinki müssen die "authentischen" Restos auch viel anpassen (wenn ich manche von Eröffnung bis ein paar Jahre danach vergleiche). Oder sie haben nix mit der Nation, die sie vermarkten, am Hut (siehe Schönes Fräulein, auch wieder zu).
Sapmi hat geschrieben: Nur gibt's in D eben mehr stark besiedelte Gegenden, aber auf'm Land gibt's auch tendenziell fast nur deutsche Hausmannskost, bzw. regionale Küche, etc.
War ich denn noch nie soooo ländlich? :? Es geht nicht nur um Restaurants.

Und ich hab mich immer noch unklar ausgedrückt: natürlich essen einige Leute das, aber tendenziell in "Masse" hört man aus dem Verhalten raus:

- Mangel an Neugier (was der Bauer nicht kennt...)

- gegen Konkurrenz widerstandsfähiger Markt (wenn keiner rein kommt wird unser immer noch das beste)

und sehr treffend mal von Saana verfasst:
Saana hat geschrieben: Ja, schon richtig feindselig. Aber das geht auch teilweise gegen andere Länder: Wenn ich dann die Lästereien höre, die anderen wären ja sowas von hinterher etc., aber auf der anderen Seite wird auch nur das kleinste kritische Wort an Finnland gleich empört zurückgewiesen, denn hier ist ja alles am allerbesten. Wer so austeilt sollte halt auch einstecken können. :?
Ob scherzhaft oder ernst: man hat das Gefühl danach gefragt zu werden, damit der andere nach Bestätigung und Lob fischen kann. Wenn man ja sagt "Fisch find ich super, für Dallaspulla könnte ich sterben, aber das Weihnachtsessen, damit kann ich nix anfangen" wird's persönlich genommen (In diesem Fall, Saanas Region ist dafür wohl anfälliger als Helsinki). In Helsinki wird mitgelästert :D Solche Menschen hab ich jedoch nicht in meiner unmittelbaren Umgebung, die keine ehrliche Meinung vertragen.

Scherzhafte Bemerkungen über Schweinshaxen (die wir ja dreimal wöchentlich verzehren) können durchaus unter die Gürtellinie gehen, da wird sehr wenig Rücksicht genommen, nur eben mir fehlt nicht an Humor. Weniger scherzhafte Diskussionen (z.B. wenn in der Presse mal wieder etwas schlecht gemacht wird) geben einem den Eindruck der Rest der Welt isst nur Dreck :roll: .
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von Sapmi » 6. Apr 2009 21:19

Ich weiß nicht, ob Saanas Zitat aus einer anderen Diskussion jetzt hier reinpasst, vielleicht sollte man lieber abwarten, wie sie sich ggf. selbst dazu äußert.
Eigentlich sollte es auch nicht (schon wieder :wink: ) um die Frage gehen, ob Finnen denn nun bornierter als Deutsche oder andere sind, sondern um die Akzeptanz und Diversität von ausländischem Essen, oder? :wink:

Den Geschmack einer Nation zu pauschalisieren ist wohl sowieso ziemlich unsinnig, aber wenn es gewisse Tendenzen im Konsumverhalten gibt, hat das doch sicher eher mit der ganzen Bevölkerungsstruktur zu tun, oder?
Das mit den Restos war natürlich nur ein Beispiel, klar geht es auch um das, was in den Läden verkauft wird. Dazu weiß ich allerdings zu wenig, da ich ja fast ausschließlich in Lappi unterwegs bin und daher meist nur K- oder S-Market oder wie die heißen, vorhanden sind (wenn überhaupt :mrgreen: ), da ist die Auswahl sowieso meist nicht so groß, und selbst wenn, dann achte ich auch nicht so genau drauf, da ich ja nicht für alltägliches Kochen einkaufe. In den Großstädten scheint es mir schon mehr Diversität zu geben, aber wie gesagt, ich glaub das schon, dass es weniger ist als in so einem "vollen" Land wie D mit dem entsprechenden Multikulti-Hintergrund, siehe oben.

sunny1011 hat geschrieben: geben einem den Eindruck der Rest der Welt isst nur Dreck :roll: .
Naja, als Ausgleich kann man ja dann im Fifo immer wieder lesen, dass die Finnen nur Dreck essen. :P
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 6. Apr 2009 21:51

Das stimmt nicht! Wir reden uns den Mund fusselig mit Rezepten hier und da, neuen Produkten, Salmiakkikombis, machen Teeaustausch, Mitbringsel, das Forum ist voll davon. Darf man denn nur Honig ums Maul schmieren, sonst heisst es sofort "alles ist so negativ"? Dass sie nicht würzen, alle Inhalte dem Essen entziehen und beharrlich anderes ablehnen ohne es zu probieren, muss man so hinnenhmen und es selbst für sich entscheiden - viele wissen das sogar selbst.

Dieser Sensationsjournalismus geht mir persönlich :wink: auf den Wecker, weil immer etwas völlig aus dem Kontext heraus nebenbei geschrieben wird, dass das Böse von "Aussen" kam, ob Salmonellensoja (was nicht stimmte!) oder ob die Glasfunde ausschliesslich aus Schweden stammen. Und man kann sowas ganz legitim in den Medien schreiben. Schon erstaunlich. Wird dann sofort aufgegriffen und in der Luft zerfetzt.

Saanas Zitat bezieht sich eben auf das Verhalten, fand ich nur treffend auf den Punkt gebracht.
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von Sapmi » 7. Apr 2009 09:00

sunny1011 hat geschrieben:Dass sie nicht würzen, alle Inhalte dem Essen entziehen und beharrlich anderes ablehnen ohne es zu probieren....
Genau das ist jetzt z. B. eine Pauschalaussage, die doch nie und nimmer auf eine ganze Nation zutreffen kann, oder?
Da steht nicht "einige" oder "viele", sondern "sie", was auf Deutsch soviel heißt wie "alle". :wink: (und Essen ohne Inhalt hab ich in FIN auch noch nicht angetroffen :P )

Ich habe übrigens auch den EINDRUCK (eine objektive Aussage kann man dazu wohl schlecht machen), dass die meisten Menschen "nicht", also zu wenig würzen, da ich's selbst immer sehr scharf und salzig mag, aber nachwürzen ist ja möglich. Einen Unterschied zwischen D und FIN oder anderen skandinavischen Ländern hab ich da noch nicht festgestellt, für mich ist es immer zu fad. Orientalische oder asiatische Sachen finde ich oft von der Schärfe ok, aber nachsalzen muss ich auch da. :mrgreen:
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 7. Apr 2009 09:23

Ach, die Goldwaage ist wieder im Einsatz :wink:

Was ich lediglich als mentalitätsmässig beobachtetes Verhalten festgestellt habe ist das ziemlich präsente (in Aussagen, in Werbung, in Medien) - "Wir Finnen mögen das nicht, das entspricht nicht unserem Geschmack (nimm's wieder mit)". Ein 1-1 Beispiel als in in Schweden eine superleckere Knäckesorte von Fazer (in Fin hergestellt) entdeckt und kommentiert habe, wieso es denn die Sorte nicht in Finnland gibt, obwohl es von Fazer ist. Dann kam entgegengeschmettert "Weil es nicht nach unserem Geschmack ist". Sie selbst über sich selbst vereinheitlichen. Hab in dieser Form nicht erlebt. Das manche ordentlich Salz reinhauen, ist natürlich nicht ausgeschlossen (erst am Sonntag wieder miterlebt). Und experimentierfreudige gibt es, aber der Markt macht sich selbst den Image. Für "sie" sind wir auch "sie", die ja eh nur Sauerkraut essen (Dem Klischee versuche ich gern nachzukommen).

Inhaltslos hiess fettfrei, zuckerreduziert, ungewürzt, allergiegerecht.
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von Sapmi » 7. Apr 2009 11:38

sunny1011 hat geschrieben:Sie selbst über sich selbst vereinheitlichen.
Ok, die Werbung, die Medien. Aber es geht doch vor allem um die Tatsachen im Leben der Menschen, da klingen diese Verallgemeinerungen eben etwas einseitig. :wink:
sunny1011 hat geschrieben: Inhaltslos hiess fettfrei, zuckerreduziert, ungewürzt, allergiegerecht.
Also "ungewürzt" ist ja, wie gesagt, sehr subjektiv, aber fettfrei (oder -arm) und zuckerreduziert sind doch - neben den Lebensmitteln, die auch im "Normalfall" kein Fett und/oder keinen Zucker enthalten - nur manche Sachen. Als typisch finnisches Essen kann man das wohl eher nicht bezeichnen, oder? :lol:
Jedenfalls bin ich glücklicherweise in meinen Finnlandurlauben noch nicht groß damit konfrontiert worden. D.h. ich sehe schon nebenbei, dass im Regal fettreduzierter Joghut-Kram oder so steht, aber das ist ja nix Neues, in D (und in F und sonstwo) gibt's ja auch z. T. Joghurt mit 0% Fett, da laufe ich ja auch nur kopfschüttelnd dran vorbei. (Halt, Schweiz ist etwas anders, hab ich den Eindruck: Da hat die sog. fettarme Milch schon über 2% Fett, glaub ich - mir also schon wieder ein bisschen zu "dick" zum Trinken - und auch sonst sind wohl die Fettgehalte höher).


Was ist mit den anderen: keine Meinung/Erfahrungen zum Thema ausländische Küche in FIN? :mrgreen:
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 7. Apr 2009 11:47

Sapmi hat geschrieben:
sunny1011 hat geschrieben:Sie selbst über sich selbst vereinheitlichen.
Ok, die Werbung, die Medien. Aber es geht doch vor allem um die Tatsachen im Leben der Menschen, da klingen diese Verallgemeinerungen eben etwas einseitig. :wink:
Ich sag doch gerade, dass sich Leute so äussern :? :?:
Sapmi hat geschrieben:
sunny1011 hat geschrieben:Sie selbst über sich selbst vereinheitlichen.
Ok, die Werbung, die Medien. Aber es geht doch vor allem um die Tatsachen im Leben der Menschen, da klingen diese Verallgemeinerungen eben etwas einseitig. :wink:
sunny1011 hat geschrieben: Inhaltslos hiess fettfrei, zuckerreduziert, ungewürzt, allergiegerecht.
Also "ungewürzt" ist ja, wie gesagt, sehr subjektiv, aber fettfrei (oder -arm) und zuckerreduziert sind doch - neben den Lebensmitteln, die auch im "Normalfall" kein Fett und/oder keinen Zucker enthalten - nur manche Sachen. Als typisch finnisches Essen kann man das wohl eher nicht bezeichnen, oder? :lol:
Versuche noch einen normalen Joghurt "mit Geschmack" finden - das ist halt das dominierende. Käse bewegt sich langsam Richtung 5%, Quark ja sowieso 0,2%. Das schlechte Gewissen nagt.
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von Tenhola » 7. Apr 2009 12:34

Sapmi hat geschrieben:Was ist mit den anderen: keine Meinung/Erfahrungen zum Thema ausländische Küche in FIN? :mrgreen:
Bin jetzt vielleicht etwas bösartig aber hier gilt doch nur eine Meinung und darum halte ich die Meinige fuer mich. Bild

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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 7. Apr 2009 19:03

Gleich auf Kabel 1 passend zum Thema:
Der Durchschnittdeutsche
Doku 2008, Ein Volk wird statistisch unter die Lupe genommen. Currywurst mit Pommes ist eines der beliebtesten Kantinengerichte


:mrgreen:

Das wird lustig! :)
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 7. Apr 2009 21:17

Na, typisch Kabel 1 - wieder dieser Verarscheton und an sich nur nichtssagende Zahlen umgerechnet aufs Jahr oder Lebenszeit, kein 08/15 Bild in dieser Hinsicht. Ich fand power of 10 mehr auf den Punkt gebracht. Hier die Highlights:

Der Durchschnittsdeutsche wohnt in NRW, wo die meisten Deutschen wohnen (wirklich???) :D
Sie wohnen in einer ca. 85 m2 Wohnung zur Miete (!), der Anstrich ist derzeit gelb, häufigster Name ist Müller und Männlicher Vorname Thomas
1,3 Kinder
Weckzeit um 6:18, die meisten drehen sich noch einmal um (hach zwei mal)...
Jährlich legen wir 3800 km zu Fuss.
Im Stau verbringt man 60 Std. pro Jahr, beliebtes Auto ist der Golf.
Man geht um 23:00 Uhr schlafen.
53% sind Rückenschläfer, 45% Seitenschläfer
Europameister als Kurzschläfer und Frühaufsteher, Mittagsschlaf mehr als Italiner oder Spanier (ohne Siesta?).
Die meisten Männer schnarchen (na ja, kein Unterschied :roll: ) und Frauen leiden... Frauen schnarchen erst in den Wechseljahren.

Thronverhalten und Bad

Männer sind Stehpinkler, Deutsche spülen Kondome und Binden durch die Toiletten und verlieren noch so einiges im Klo (wozu das gut war, weiss ich nicht... :roll: ). Männer lesen Sportteil beim *****, Frauen Krimis. Deutsche falten Klopapier, typisch Deutsch (Finnen reissen angeblich etwa 2 vorgestanze Teile und that's it). Die meisten putzen Zähne mind. 2 mal am Tag (heutige Meldung in Finnland, sehr schlechte Situation unter Kindern und schwindender Anteil der, die 2 mal täglich putzen), Deutsche wechseln die Zahnbürste zu selten, nur 2 mal jährlich.
Erstaunlicherweise sind Frauen schneller im Bad als Männer (brauchen 26 Min, Männer 30 Min.)
Glatte Haut (Rasieren) ist bei den meisten deutschen Frauen ein Muss (anders in Finnland).

Verdienst

Frauen verdienen 24% weniger als Männer (in Finnland 22%)
13% bis 18.000 Euro
63% bis 42.000 Euro
23% bis 102.000 Euro

Konsum

Die deutschen Produzieren 1,6 t Elektroschrott im Leben.
Deutsche sind die Mülltrennernation.
Frauen kaufen Schuhe um sich zu belohnen (KLAR!).
Deutschland ist Billigeinkaufparadies mit den meisten Discountern.
2% (?) zahlen elektronisch, die meisten zahlen bar (kein Wunder bei der Kreditkartenakzeptanz aus der Steinzeit)

Essen und Trinken

Ein Durchschnittseinkauf kostet 16,22 Euro (dafür braucht man in Fin keine Tüte)

Im Leben verbrauchen die Deutschen 492 kg Kaffee im Leben (?) (Finnen 10 kg pro Jahr). Das liebste Frühstücksgetränk, gefolgt von Tee und Milch. Kaffee mit Milch und Zucker. Frühstücks-Topp 3: Brot (stolz auf 300 Sorten Brote), Brötchen und Müsli.

Berufstätige verzichten oft auf feste Mahlzeiten - Essen zwischendurch
am übergewichtigsten in der EU
60% sind zufrieden in ihrem Job, Kinder auch in der Schule

Ab beliebtesten ist Currywurst mit Pommes rot-weiss in der Kantine. Jeder hasst Kantinen und kommt trotzdem (auch so in Fin).
Fetthaltige Sachen sind beliebt. 770 Portionen Currywurst mit Pommes (ich hab noch 769 vor mir :mrgreen: ) . Die beliebtesten Kantineessen:
1. Currywurst Pommes
2. Pasta Bolognese
3. Pizza
4. Rostbratwürstchen
5. Chicken nuggets
6. Seelachs
7. Bami-Goreng
8. Hühnerfrikasee
9.Alaskaseelachs
10. Makaroni mit Tomatensauce

Deutsche essen viele Eier. Neulich beeinflusst der günstiger Lebensmittelpreis unsere Wahl. Wir essen weniger Kartoffeln (anders in Finnland), aber mehr Südfrüchte (anders in Finnland).

Lebensbierkonsum des D - 9119 l Bier im Leben.
Deutsche sind Sektweltmeister mit 5 Fl. pro Jahr/Kopf (heh? Pro Jahr???). Mjam.


Freizeit

sehr gute Verfügbarkeit von Vereinen - soziales Verhalten führend im Vergleich. Jugendliche besonders in Sportvereienen
Kurz nach 16 Uhr ist Feierabend für die Deutschen :o
Männer shoppen meist im Elektromarkt und Baumarkt.
Für Männer ist eine ausgiebige Shoppingtour eine Qual.
Nach dem Feierabend gucken deutsche Männer fern :D - keine Infos wieviele Frauen holen den Männern das Bier
14% der Männer trinken täglich Bier
16.000 Wörter spricht täglich die Deutsche Frau (Männer die gleiche Wortzahl; Finnen dann 16 :mrgreen: )...
Urlaubsziele: Heimat (Familien mit Kindern? Hm, es gibt ja viel zu sehen) :? :?: gefolgt von Spanien und Italien.
Gucken 208 Min. TV am Tag.
Der Durchschnittsdeutsche lest 2 Bücher und sieht 15 DVDs pro Jahr.

Frauen

Frauen arbeiten meistens halbtags (!) und machen keine Karriere - der Chef ist meistens männlich - typisch Deutsch (in Finnland ist die Lage etwas anders, allerdings nur im mittleren Management; hohe Positionen sind so konservativ wie anderswo, lt. Untersuchungen).
Frauenjobs: Krankenschwester, verkäuferin, Bürofraukraft
Dir Frau ist für die Hausarbeit zuständig, etwa 5,5 Stunden pro Tag :o .

Jugendliche

Jugendliche bekommen 30 Euro Taschengeld, Handy ist Statussymbol.
Sitzenbleiben in der Schule ist am häufigsten in der EU.
Erstes Bier probieren Jugendliche mit 13 Jahren.

Wetter

Es soll weiter wärmer werden. Etwa um 4 Grad.

Und ansonsten...

Wir sind Kuschler im Bett :mrgreen: Nur Schweizer sind im weltweiten Vergleich verspielter.
68% sind stolz Deutscher zu sein ( :o :?: ).
Deutsche gelten als fleissig, das grösste Laster ist das Rauchen - viele Firmen lassen die Zeit (zu recht) Nacharbeiten. 47% geben zu, auf der Arbeit zu surfen und privat zu telefonieren.
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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von sunny1011 » 8. Apr 2009 05:57

Ich hab's, es wurde in der folgenden Sendung angesprochen und mit Studien belegt (die deutsche Seite).

Wird ein Deutscher gefragt was ist typisch Deutsch:
- kommen erst negative Eigenschaften
- kommen erst Tugenden, die aber sofort eigenhändig durch den Kakao gezogen werden
- man distanziert sich sofort von dem Bild "typisch Deutsch" (aus o.g. Gründen wohl), "so bin ich nicht"

Wird ein Finne gefragt wie sind die Finnen:
- man betont sofort die Zugehörigkeit und spricht positiv.

Hier übrigens ein interessanter Artikel, hab nur durchgeblättert:

http://www.sw2.euv-frankfurt-o.de/werbe ... bekomm.pdf
Darum haben wir Finnen erfunden finnische Bonbons.
Da gibt es paralelle, neulich sind verschiedenen Akzente ein beliebtes Werbemittel auch in Finnland :mrgreen: .
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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Re: Geschmacks-Diversität in FIN und anderswo

Beitrag von riksu » 8. Apr 2009 08:02

die zusammenfassung über den durchschnittsdeutschen hat mich nun wieder rausgeworfen ... dabei wollt ich was zum thema sagen. hab's nun vergessen :(

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