Ämter, Ämter - Fun & Frust

Du hast etwas besonders Lustiges oder aber eine dumme Panne in Finnland erlebt? Erzähl doch mal. Wir sind gespannt auf deine Geschichte!

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sunny1011
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Ämter, Ämter - Fun & Frust

Beitrag von sunny1011 » 13. Okt 2009 05:30

Ich wollte mal unserer Studienaufgabe berichten: wir hatten in vielen kleinen (finnischen/ausländischen) Gruppen diverse Dienstleistungen unter die Lupe zu nehmen und später Verbesserungsvorschläge (die man im Studim nicht als "Meckern" einstufen würde, sondern als konstruktive Kritik) erarbeitet. Darunter war am interessantesten der Erhalt einer Aufenhaltsgenehmigung und Angelegenheiten der Ausländer, als zweites Bibliothekservice. Es ging um alle verfügbaren Medien, d.h. vor Ort und Web und was es sonst noch so gibt.

Die Gruppen, die sich in die Ausländerbehörde begaben waren sehr gemischt - die interessantesten Erkenntnisse (mit eigenen Erfahrungen) hatte eine Gruppe, die aus einer Indin, einem Briten, einer Deutschen, eines Finnen bestand. Da kann man nur der EU und bilateralen Verträgen danken, dass man diese Art "Behandlung" nicht alle paar Monate (Verlängerung der Visa) durchlaufen muss :roll: . Es ist leider viel Willkür dabei, enorme Wartezeiten, enorme Auflagen (z.B. eine indische Familie, in der der Mann - meistens in ICT - arbeitet und die Frau mit Baby ihre Angelegenheiten auch regeln muss, müssen alle gemeinsam erscheinen und warten oft bis zu 8 Stunden - die Vorurteile, dass man eh hier ist, um dem Staat auf der Tasche zu liegen, ist das erste was potentielle Kunden zu spüren bekommen (andere Teilnehmer aus exotischen Ländern, die hier ordentlich arbeiten und studieren hatten genug Tatsachen auf Lager. Der Beamte sitzt in Helsinki neulich hinter Glas und Jalousien mit einem winzigen Fensterchen (sicher aus gegebenen Anlass, gibt aber ordentlichen Kunden kein gutes Gefühl). Am meisten überschnitt sich die Erkenntnis, dass man von diversen Beamten widersprüchige Auskünfte bekommt mit dem Vergleich zu Kela (wusste fast jeder). Aber vieles öffnete finnischen Kommillitonen die Augen.

Eine andere Gruppe (Finnen) versuchten einen angehenden schwedischen Studenten zu mimen und erkannte schon im Web, wie umständlich die einfachste Umsiedlung - aus nordischen Ländern - sein kann. Der Web schleuderte die Infosuchende immer auf finnische Seiten oder gab Links zur Hauptseite statt zu ergoogelter Info. Dann der tatsächliche Vorgang im Amt - man dreht sich im Kreise, Polzei sagt, erst Maistraatti, Maistraatti sagt Polizei und nix geht ohne Kela. :twisted:

Wir haben jedoch erkannt, dass Ausländerbehörden in vielen (oder gar allen anderen) Ländern so verfahren (müssen), weil als erstes kommt meistens die Skepsis, wer will denn hier wieder rein, aber Finnland ist mit diesen Vorgängen halt noch ziemlich am Anfang.

Bei Helsinki Biblio haben wir natürlich viel Gutes gefunden, weil sie nun mal sehr modern ist. Aber auch kleine Sachen, an denen man feilen kann. Was bitter aufstösst ist ja die Abwehr vor Ausländern - Adresse ein Muss (ok), Sozialversicherung auch, sonst alle 6 Monate Kartenaustausch (Extrakosten, Umweltverschmutzung, Unsinn!) - hallo, noch Führungszeugnis und Impfpass gefälligst??? Es geht hier um Bücherausleihe. Ich hab selbst auf Englisch per Infochat, den die Biblio betreibt (sehr fortschrittlich), incognito gefragt. War die Info komplett? Leider Fehlanzeige, wahrscheinlich wegen unzureichender Sprachkenntnisse, trotzdem war generell Chat auf Englisch möglich (positive Überraschung, denn die Seite sagt, dass sie nur Finnisch/(Schwedisch?) beantworten.
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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