Gordon Bleu - das typische vom Finnglisch & co.

Dich interessiert die finnische oder schwedische Sprache und möchtest mehr über sie wissen? Vielleicht möchtest du sie sogar erlernen? Wie wär´s mit einer Kommunikation in Finnisch oder Schwedisch? Hier ist Platz für Zungenbrecher!

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sunny1011
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Gordon Bleu - das typische vom Finnglisch & co.

Beitrag von sunny1011 » #1 »28. Mär 2009 23:23

Na dann.
sunny1011 hat geschrieben:Keine putzige Übersetzung sondern die schreckliche Aussprache der Radiomoderatoren. Ansage, nächstes Lied ist von Cyril Grow. (sehr typische Aussprache). :lol:

Sollte Sheryl Crow heissen.

Ich wundere mich, dass die Moderatoren keine vernünftige Englisch-Schulung bekommen. Da fallen einem die Ohren ab.
Sapmi hat geschrieben:
sunny1011 hat geschrieben: Ich wundere mich, dass die Moderatoren keine vernünftige Englisch-Schulung bekommen. Da fallen einem die Ohren ab.
Da hast Du wohl noch kein französisches Radio gehört. Am besten ist mir der Name der Band "Texat" in Erinnerung geblieben, da hab ich damals ewig gerätselt, was das wohl für eine Gruppe sein könnte, bis sich rausstellte, dass es "Take that" war. :lol:
Svea hat geschrieben:Stimmt, als wir von der Schule auf Schüleraustausch in Frankreich waren, dachten wir auch wir hören nicht richtig :D :shock: . Die "Backstreet Boys" waren z.B. "les Bac-strète boîes" 8) .
Sapmi hat geschrieben:Jaja, und die Unfähigkeit, gewisse lange Vokale zu sprechen, zumindest beim "i",
z. B. "live me alone" (statt "leave") oder "on the bitch" (statt "beach") :lol:

Aber ich glaube, so langsam wird's offtopic. :oops:
Keiner hat behauptet, dass es nicht schlechter geht. Hatte eine französische Kollegin, bei ihr hiess es Excel Sh!t ("oui av to send sis sh!t to se kastomer") - ich fand so süss und sie hat für eine Französin sehr gut gesprochen.

Typische Fallen im Finnischen:
- die Verwechslung von C und G (also Gordon Bleu, Gran Ganaria, Daniel Graig, Golgate) - sehr oft so geschrieben, mit G!!!
- die Verwechslung von B und P (Parselona)
- vor allem im Business: Aussprache von englischen Worten und Verunreinigungen des Slangs mit englischen Worten wie man schreibt Manageri, Jennson Buttoni :lol: - das tut den Ohren weh. Deutsche (besonders die älteren semester) machen das wegen des Akzents. Hier macht man das um die Worte zu "integrieren" = klingt schrecklich.
- kein richtiges W (it is sfiit)

Komisch, dass es so grosse Unterschiede gibt: viele sprechen ausgezeichnet, vor allem mit amerikanischen Dialekt wg. Au Pair Besuch, Studium, oder Filmen in Original. Es liegt wahrscheinlich daran, dass es kaum muttersprachliche Lehrer gibt.

Neulich in einem finnischsprachigen Forum, als ich behauptet habe, dass viele Finnen mehr Deutsch sprechen als sie zugeben wollen, antwortete jemand stolz, dass es irgendeine Statistik ( :twisted: ) gab, dass Finnen im Gymnasium besser Deutsch aussprechen als Deutsche selbst ( 8) ), wegen der Dialekte und so.

Nur beim besten Willen kann ich keinen Vergleich zu dem Alltagfinnisch mit "Oot sä" (sehr oft auch so lässig geschrieben!) usw. finden. Haben wir sowas im Deutschen? Oder ist es gleich mit "hassu Jeld?" :?:
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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Re: Gordon Bleu - das typische vom Finnglisch & co.

Beitrag von Sapmi » #2 »28. Mär 2009 23:43

sunny1011 hat geschrieben:
Keiner hat behauptet, dass es nicht schlechter geht.
Klar, aber mir fiel das mit dem französischen Radio gerade dazu ein, vor allem weil Du schriebst, dass Du Dich über die mangelhafte Englisch-Schulung der Moderatoren wunderst. Ich finde das halt nicht verwunderlich, denn es ist ja jeweils landessprachliches Radio, oder? :mrgreen:

sunny1011 hat geschrieben: Komisch, dass es so grosse Unterschiede gibt:
Wieso ist das komisch? Ist doch völlig normal, dass manchen Leuten irgendwelche Sachen (so z. B. Fremdsprachen, aber auch sonstiges) eben mehr liegt als anderen.
sunny1011 hat geschrieben:...Alltagfinnisch mit "Oot sä" (sehr oft auch so lässig geschrieben!) usw. finden. Haben wir sowas im Deutschen? Oder ist es gleich mit "hassu Jeld?" :?:
Ja, ist wohl in etwa vergleichbar. Umgangssprache mit evtl. regionaler Einfärbung halt. :mrgreen:
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Re: Gordon Bleu - das typische vom Finnglisch & co.

Beitrag von sunny1011 » #3 »29. Mär 2009 00:59

Beides bezieht sich auf die ausgezeichnete Fremdsprachenbildung und Bildung überhaupt, wie es nachgesagt wird. Wird auch nur mit Wasser gekocht.

Ich höre nun mal genauer hin, Veranlagung. Bei mir hört ja auch jeder hin und fragt woher ich komme (in Deutschland). Bei Journalisten find ich Sprachkenntnisse schon wichtig, wenn sie dann täglich Lieder ansagen und Gäste interviewen. Bei Politikern ebenfalls.

Aber so abgehakte Formen benutzt man in Deutschen ausser zwo für zwei (aus verständlichen Gründen) und ein paar anderen nicht wirklich, schon gar nicht im Schreibverkehr, oder? Jetzt jenseits des Alters von 16 Jahren. Apostrophenkürzung ist nicht das gleiche, meine ich mal. Die Abkürzungen im finnischen sehe ich nicht als lokaler Dialekt, da es übergreifend auftritt.
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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Re: Gordon Bleu - das typische vom Finnglisch & co.

Beitrag von Sapmi » #4 »29. Mär 2009 12:44

sunny1011 hat geschrieben:Beides bezieht sich auf die ausgezeichnete Fremdsprachenbildung und Bildung überhaupt,
Naja, aber trotzdem hat doch jeder Mensch andere Neigungen. Außerdem ging es hier ja auch nicht direkt um die Kenntnisse der Fremdsprache (also Vokabular, Grammatik, etc.), sondern um die Aussprache. Und das hat eben nicht jeder Mensch gleich gut drauf, also z.B. Laute einigermaßen richtig nachzuahmen, die es in der eigenen Muttersprache so nicht gibt. Für Finnen scheint z. B. der sch-Laut oftmals ein Problem zu sein (wird dann wie s gesprochen), aber manche kriegen's auch richtig hin. Spanische Muttersprachler sprechen ü oft wie i aus, wieder andere haben Probleme mit dem englisch th, ich hab z. T. Probleme mit dem gerollten (Doppel-)-R, usw. Also da gibt's schon solche für bestimmte Kombinationen (Mutersprache-Fremdsprache) typische Ausspracheschwierigkeiten, aber wie stark die dann ausgeprägt sind, hängt vom jeweiligen Individuum ab.

Was die allgemeine Fremdsprachenbildung angeht, also auf die Sprachkenntnisse bezogen, vor allem im Englischen, scheinen die Nordländer ja im Durchschnitt ein tendenziell hohes Niveau zu haben, was sicher auch zum großen Teil mit dem Untertiteln statt Synchronisieren von ausländischen Filmen zusammenhängt. Aber auch hier hängt es natürlich von jedem Einzelnen ab, was er/sie daraus macht (Neigungen, Interessen).
Allerdings scheint es auch hier sozusagen "landestypische" Grammatikschwächen zu geben. Also damit meine ich die Fehler, zu denen "nicht sehr sprachinteressierte" Vertreter einer Sprachgruppe in bestimmten Fremdsprachen neigen. Bei Norwegern und Schweden hab ich z. B. schon mehrfach gehört, dass sie im Englischen die Verben nicht konjugieren - bei Finnen übrigens auch, obwohl im finnischen ja konjugiert wird, aber vermutlich liegt es daran, dass sie die englische Satzstruktur eher mit der schwedischen vergleichen, aber das ist natürlich auch alles nur Spekulation.
Als Nicht-Englisch-Muttersprachlerin möchte ich mich in Bezug auf die englische Sprache aber auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, ich spreche sie ja selbst nicht perfekt. D.h. über was anderes als die groben Fehler zu lästern steht mir eigentlich auch nicht gerade zu. :mrgreen:
sunny1011 hat geschrieben: Aber so abgehakte Formen benutzt man in Deutschen ausser zwo für zwei (aus verständlichen Gründen) und ein paar anderen nicht wirklich, schon gar nicht im Schreibverkehr, oder?
Hm, kommt drauf an, was Du genau unter Schreibverkehr verstehst. Geschäftsbriefe, Foren, private Mails, SMS? Ist ja schon ein großer Unterschied. :wink:
sunny1011 hat geschrieben: Die Abkürzungen im finnischen sehe ich nicht als lokaler Dialekt, da es übergreifend auftritt.
Ich kenn mich nicht allzu gut damit aus, aber mir scheint es auch so, dass es neben den lokalen Dialekten auch eine eher allgemeingültige finnische Umgangssprache gibt. Oder ist das doch nur der Helsinki-Slang, der sich irgendwie weiter verbreitet hat, da eben in Helsinki die meisten Menschen leben oder so? Wäre sehr interessant, wenn sich mal ein finnischer Muttersprachler dazu äußern würde.

Insgesamt denke ich aber, dass man in dieser Hinsicht die deutsche und finnische Sprache nicht wirklich miteinander vergleichen kann, da beide ja völlig anders strukturiert sind. Danach richtet sich dann auch, wie sich die jeweilige Umgangssprache entwickelt (im Finnischen für mich z. B. sehr leicht nachvollziehbar, dass man dazu neigt, die ellenlangen Wörter ein bisschen abzukürzen :wink: )
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Re: Gordon Bleu - das typische vom Finnglisch & co.

Beitrag von sunny1011 » #5 »29. Mär 2009 14:07

Wieso muss es lästern sein? Mich interessieren oft die Hintergründe, wieso bestimmte Eigenschaften sich so durchsetzen. z.B. ganz klar liegt es auf der Hand, weil die Buchstaben im eigenen Alphabet "fehlen" bzw. ganz selten vorkommen, wie eben B und C. Bei Deutschen kommt ganz besonders das angelernte Unding: th als "se". Darüber machen sich Finnen auch lustig. Man hat ja selbst auch eigene "Unarten" (bei mir schwer zu klassifizieren, da ich überhaupt muttersprachlich schon sehr zwischen den Stühlen sitze :D

Den hohen Stand an Sprachkenntnissen in skandinavischen Ländern würde ich als Muss einstufen, weil skandinavische Sprachen im internationalen Verkehr von wenig Bedeutung sind (es sei denn Schwedisch innerh. der nordischen Länder, wie schon mal diskutiert). Es heisst, dass "jeder" Englisch kann, aber z.B. in Tourismusbranche hab ich den Stand in Portugal als viel höher empfunden. Es liegt wahrscheinlich an der Lernkultur, denn besonders unter älteren Semestern wird man schnell verlegen, die Sprache zu benutzen und Unterricht war nicht wirklich praxisbezogen, hab ich mir sagen lassen. Nun gab es einen Artikel, dass das diesjährige Abitur auf Deutsch sehr praxisbezogen war, Frage nach dem Weg, Beschwerdebrief :twisted: :!: - inhaltlich fand ich es im vgl. solche Abiturthemen in Fremdsprachen sehr einfach gestrickt. Wenn ich zurückdenke, gehörten bei uns viel mehr Fertigkeiten zu einer Abitursprachprüfung. Der Trend zu brauchbaren Fremsprachenunterricht in Finnland ist allerdings gut - noch mehr qualifizierte Muttersprachler als Lehrer, dann hat man wirklich das meiste davon.
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Re: Gordon Bleu - das typische vom Finnglisch & co.

Beitrag von Sapmi » #6 »29. Mär 2009 14:40

sunny1011 hat geschrieben:Wieso muss es lästern sein?
Naja, unsere diversen Bemerkungen zur Englisch-Aussprache von Finnen und Franzosen kann man schon als Lästern bezeichnen, oder? :mrgreen:
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