Wandern im Winter

Wer war in Finnland auf Schusters Rappen unterwegs und kann uns von den schönsten Wanderrouten und Elchbegegnungen berichten?

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André
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 6. Jun 2017 19:05

Hallo ZBerlin, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und Hilfe!

Es ist meine erste Wintertour überhaupt, aber ich plane nur für vier bis fünf Tage. Das Areal dort ist nicht so ewig groß und ich habe mir schon Wintervideos aus diesem Gebiet auf YouTube angesehen. Laut Karte gibt es nur mäßige Anstiege und ansonsten größere Sumpfareale (ich habe mir die Papierkarte von maanmittauslaitos bereits besorgt). Es gibt etliche Hütten, zum Teil stehen diese nur in geringem Abstand. Die Gesamtsituation schien mir sicherer, als ein Gebiet in Lappland auszuwählen, wo die Wege länger sind und weniger Hütten stehen. Laut luontoon.fi ist die Jagdsaison im Herbst der Zeitpunkt, wo es in den Hütten eng werden kann. Aber vielleicht kaufe ich mir doch mal den von Tenhola genannten Schlafsack - dann kann gar nichts mehr schief gehen. Alles andere, was notwendig wäre, habe ich bereits oder besorge ich mir noch.

Deine Warnung für den Telefonempfang ist richtig. Die metsähallitus schreibt auf luontoon.fi dass es dort im Grenzbereich nach Russland zu Ausfällen kommen kann.

Tatsächlich möchte ich gerne ein GPS-Gerät mit Knöpfen wegen der Bedienbarkeit und der längeren Akkulaufzeit. Das GPSMAP 64 wird von Nutzern allenthalben hochgelobt. Neuere Geräte haben zusätzliche elektronische Möglichkeiten, für die ich keine Verwendung habe. Das GPSMAP 64 s besitzt zusätzlich einen barometrischen Höhenmesser, bei dem ich allerdings nicht weiß wofür ich den extra mitbezahlen muss. Wenn ich meine Position kenne und eine Papierkarte dabei habe, dann weiß ich doch auch wie hoch ich stehe. Barometrische Höhenmesser machen für mich nur einen Sinn, wenn man im alpinen oder zumindest gebirgigen Gelände mit Karte und Kompass unterwegs ist und seine Position genau bestimmen möchte.

Danke auch für den Thermoskannentipp. So blöd das jetzt klingt, aber darüber hatte ich mir tatsächlich noch keine Gedanken gemacht. Die Kanne kommt auf meine Liste.

ZBerlin
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von ZBerlin » 7. Jun 2017 00:49

Hallo,
es gibt halt viele Modelle und man könnte lange über alle Vor- und Nachteile diskuitieren. Kauf Dir das Gerät, welches Dir zusagt. Ich will mich kurz fassen, weil es ja eigentlich um eine Wintertour geht. Ich habe mal bei Garmin auf die Seite geschaut, da ist das GPS 64 noch aktuell, ist es wirklich bereits ein Auslaufmodell? Die Modellreihe ist sicherlich das Flagschiff bei Garmin seit Jahren, robust und zuverlässig, dazu der etwas größere Bildschirm (3,6 x 5,5 cm).
Das Etrex 20 punktet halt beim Gewicht (ca. 100 g leichter), Batterielauzeit (25 h ggü. 16 h beim 64er) und beim Preis. Der Bildschirm ist etwas kleiner (3,5 x 4,4 cm). Touchscreen hat es nicht.
Mir ist es egal, jeder muß schauen was zu einem paßt und was der Geldbeutel hergibt. Ich würde eventuell ein paar Euro mehr zahlen und mich in einem guten Fachgeschäft beraten lassen und dort kaufen. Vor einigen Jahren hatte ich das Glück, daß mir komplett von einem neuen Gerät im Campingladen abgeraten wurde. Ich habe dadurch eine Menge Geld gespart und war begeistert von der offenen und ehrlichen Beratung.
Wenn Du noch keine Thermoskanne hast, dann hol Dir eine von"THERMOS", wirst Du kaum bereuen.
Wenn Fragen offen sind, melde Dich, auch gerne per "Private Nachricht"
Z

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Tenhola
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Tenhola » 7. Jun 2017 08:36

ZBerlin hat geschrieben:
7. Jun 2017 00:49
Touchscreen hat es nicht.
Mein Fehler, hab gar nicht gesehen, dass die Tasten auf der Seite liegen. :aerger2:

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Syysmyrsky » 7. Jun 2017 10:35

André hat geschrieben:
6. Jun 2017 19:05
Tatsächlich möchte ich gerne ein GPS-Gerät mit Knöpfen wegen der Bedienbarkeit und der längeren Akkulaufzeit.
Je nachdem, wie exzessiv du das 64s - solltest du es dir zulegen - benutzen möchtest, sind auf jeden Fall wiederaufladbare Akkus ratsam. Bei Betrieb mit "normalen" Batterien ist das Gerät äußerst gefräßig (Betriebsdauer ca. 15-18 Std) und man sollte immer reichlich Ersatzbatterien dabei haben.
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 7. Jun 2017 12:22

Ich habe jetzt mal die genannten GPS-Geräte von Garmin verglichen. Das GPSMAP 64 ist nach allem, was ich verstanden habe, etwas robuster und hat einen besseren Empfänger. Der Bildschirm ist etwas größer (2,6 Zoll) jedoch bei geringerer Auflösung (160 x 240 px), soll aber bei schwierigen Lichtverhältnissen besser abzulesen sein. Das in der Ausstattung vergleichbare eTrex 20x hat einen kleineren Bildschirm (2,2 Zoll) aber mit besserer Auflösung (240 x 320 px). Es ist entsprechend seiner Ausstattung leichter und hat eine längere Batterieleistung. Die genutzten Satellitensysteme sind gleich, ebenfalls der Spritzschutz. Das eTrex 20x ist je nach Anbieter 90 bis 100 Euro günstiger als das GPSMAP 64.

Auch wenn das eTrex im ersten Moment aussieht wie ein Gerät mit Touchscreen, wird es über Knöpfe bedient. Es gibt jedoch auch eine wesentlich teurere eTrex Touch-Serie.

Die hochwertigeren eTrex 30x und GPSMAP 64s haben einen barometrischen Höhenmesser und einen 3-Achsen-Kompass mit dabei. Dafür muss man jedoch tief in die Tasche greifen. Ich halte den Höhenmesser für unnötig, da man ja mit dem Standpunkt auf der Karte auch die eigentliche Höhe automatisch festlegt. Kompass und Karte habe ich sowieso dabei. Ich würde mich nie ausschließlich auf ein batteriefressendes Gerät verlassen.

Nachdem ich mir die beiden Geräte besehen habe, würde ich mich persönlich eher für das günstigere eTrex entscheiden.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Syysmyrsky » 7. Jun 2017 12:36

Solltest du im näheren Dunstkreis z.B. einer Globetrotter-Filiale wohnen, dann würde ich mich an deiner Stelle mal dort beraten und die diversen GPS-Geräte zeigen lassen. Ich kann für den Kölner Globetrottermarkt sprechen, dort hat sich das Verkaufspersonal seinerzeit - ist schon wieder vier/fünf Jahre her - sehr viel Zeit genommen und kompetent beraten, waren die Fragen auch noch so dusselig :)
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von ZBerlin » 7. Jun 2017 12:55

Hallo André,
die Höhenangaben, sind seit der Fehlerabschaltung der USA (Irakkrieg), wieder sehr genau. Ein Gerät mit Barometer ist z.B. in den Alpen nützlich, wo die Höhe zur Ortsbestimmung eine wichtige Meßgröße ist, es aber in engen Tälern wegen Satellitenabschattung oder Signalspiegelungen zu fehlerhaften Höhenangaben kommen kann.
Anders ist es mit dem internen Kompaß, dieser ist weniger als Kompaß zum Wandern gedacht, sondern dafür, daß Dein Gerät auch im Stand eingenordet ist. Die gesamte GPS Theorie führt hier jetzt zu weit, nur ganz kurz. Geräte ohne Kompaß zeigen im Stand immer irgendwo hin, Du kannst Dich auf der Stelle um 360 Grad drehen und der Pfeil im GPS wird immer nach vorn weisen, egal wohin Du Dich drehst. Erst wenn Du Dich mit mindestens Schrittgeschwindigkeit bewegst, dann kann das GPS die Satellitensignale wieder auswerten!
Ob man ein Gerät mit oder ohne Kompaß bevorzugt, sollte man sich gut vor dem Kauf überlegen. Fakt ist aber auch, Barometer und Kompaß sind Stromfresser, kosten also Batterielaufzeit, sind aber im allgemeinen abschaltbar (manchmal etwas versteckt im Menü).
Für den Winter empfehle ich gute Lithiumbatterien, bei Temperaturen über Null helfen z.B. "eneloop" Akkus viel Geld zu sparen.
Gruß Z
PS.: Beim Etrex egal ob 10, 20 oder 30 sollte man beachten, daß man eigentlich "gezwungen ist" eine Schutztasche, Rucksackhalterung o.ä. für viel Geld als Accessoire dazu zu kaufen, weil, sobald man das Gerät im Betrieb z.B in eine Jackentasche steckt, sich meist etwas durch Berührung des Joysticks (oben rechts auf der Gerätevorderseite) verstellt. Das kann gewaltig nerven. Die 64 Geräte haben keinen Joystick und sind in diesem Punkt bedienungsfreundlicher.
Zuletzt geändert von ZBerlin am 8. Jun 2017 10:24, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Tenhola » 7. Jun 2017 13:45

Auf längeren Touren über mehrere Tage verwende ich Lithiumbatterien. Da ich auf Wanderungen sowieso die entsprechende Karte vom Gebiet dabei habe, ist das GPS meist ausgeschaltet und ich benötige es nur sporadisch. Anders ist es natürlich, wenn man sich den Track aufzeichnen will. Auf meiner letzten Tour von 7 Tagen musste ich am 7. Tag neue Batterien einlegen. Einfach die Beleuchtungsstärke und die Zeit etwas reduzieren.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 9. Jun 2017 20:04

@Syysmyrsky: Die nächsten Filialen liegen recht weit von mir. Ich bin dort Kunde, empfehle aber jedem, sich Vergleichsangebote einzuholen. Nächstes Jahr werde ich mir einen neuen Rucksack anschaffen, den Kajka 100. Schau Dir mal nur so zum Spaß die Preise bei Globetrotter und bei einschlägigen Internetgroßanbietern an. Ganz klar, wo man da bestellt. Es ist aber unterschiedlich: GPS-Geräte sind bei Globetrotter wiederum verhältnismäßig günstig. Ich habe übrigens mal eine Falschberatung von Globetrotter am Telefon erhalten. Dabei ging es um die Reparatur einer silikonbeschichteten Außenhaut eines Zeltes. Das passiert in den besten Familien.

@ZBerlin: Ach, dafür ist der Kompass. Da hatte ich nicht dran gedacht, obwohl es ja eigentlich logisch ist. Aber ich bleibe dabei. Ich werde das GPS-Gerät über kurz oder lang so ähnlich wie Tenhola verwenden, also eher als zusätzliche Sicherheit. Da ich sowieso immer Karte und Kompass dabei habe, kann ich mich immer auch räumlich orientieren. Danke noch für den Hinweis mit dem Joystick... ich schwanke.

@Tenhola: Am Anfang werde ich mit dem Gerät rumspielen - klar. Aber über kurz oder lang ist es für mich einfach eine zusätzliche Sicherheit, die ich nur bei Bedarf nutze. Mir ist es halt schon passiert, dass ich in den Tunturis plötzlich nicht mehr genau wusste wo ich war. Und das ist schon ein doofes Gefühl, vor allem bei schlechtem Wetter. Natürlich habe ich trotzdem zurückgefunden indem ich einen langen See an seiner Breitseite angesteuert habe. Aber damals habe ich mir das erste Mal wirklich ein GPS-Gerät gewünscht. Diesmal ging es mir um die Grenzzone nach Russland. Da mag ich ja nicht unbedingt reinlaufen. Mittlerweile habe ich aber die Karte bekommen und gesehen, dass an der äußeren Grenzzone ein Weg entlangführt. Also besteht eigentlich gar keine Gefahr zu weit zu laufen.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von ZBerlin » 11. Jun 2017 12:13

Hallo André,
tja Entscheidungen...ist manchmal schwierig und am Ende sollte man einfach zufieden sein mit seiner Entscheidung, sonst hört das eventuell nie auf, es gibt ja immer etwas Besseres und Neueres. Heutzutage fast täglich.
Ich war jahrlang mit dem sogenannten "Yellow" von Garmin unterwegs, ein ganz einfaches Einsteiger Gerät, ohne Karten, nur Graustufendisplay, aber ich hatte die Längen- und Breitendaten, dazu Karte, Kompaß und Planzeiger zum Übertragen der Daten in die Karte.
Jetzt gibt es relativ günstige Geräte wie z.B. das Etrex 20 /30 und freie Karten, damit ist man ganz gut für die Anwendung mit Karte und Kompaß ausgerüstet. Wer mehr will, greift halt zum 64er und orginal Garminkarten, kostet natürlich auch mehr.
Gruß Z

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