Eingeladen zu einer original finnischen Hochzeit- was nun?

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ich1974
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Eingeladen zu einer original finnischen Hochzeit- was nun?

Beitrag von ich1974 » 20. Jun 2011 14:56

Hallo ihr,

wir sind zu einer Hochzeit in Finnland eingeladen. Es wird betont, dass nach der Trauung eine "originale finnische(1) Feier" (so Originaltext in Einladung) statt findet.
Ich konnte über google einiges finden, was in Finnland "üblich" ist. Auch ein paar Bräuche zur Hochzeit.
Leider aber nichts zu Kleiderordnung, no go für Gäste (speziell die Frauen-Kleidung) an diesem Tag finden.
Die Eltern der Braut werden für Übernachtungsmöglichkeiten sorgen- wie bedankt man sich da?
Es wäre super, wenn ich dazu ein paar Tipps von euch kriegen könnte.
Achja- wie ist denn das Wetter normal Mitte September dort? Muss ehrlich gestehen, dass ich Finnland (bisher) noch gar nicht kenne.

Vielen Dank an euch

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Peter
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Re: Eingeladen zu einer original finnischen Hochzeit- was nu

Beitrag von Peter » 20. Jun 2011 22:59

Also, eine "komplette" finnische Hochzeit haben wir noch nicht miterlebt. Wir wohnten aber vor einigen Jahren einmal unfreiwillig einer Trauung in in der ev.-luth. Kirche in Tuupovaara (Nordkarelien) bei. Wenn wir auch kein Wort von der Predigt verstanden kann ich aus dieser, zugegeben nur einen und somit nicht repräsentativen erlebten Trauung in Finnland sagen, dass zumindest dieser Teil der Hochzeit nicht viel anders aussieht als bei uns. Die Braut trug ein weißes Hochzeitskleit, der Bräutigam einen dunkelblauen Anzug. Die übrige Hochzeitsgesellschaft war ebenfalls feierlich gekleidet, wobei jedoch auffällig war, dass insbesondere etliche Männer nicht so richtig in ihren Anzug passten (zu groß oder zu klein). Mir kam der Gedanke, dass sich vielleicht der eine oder andere Hochzeitsgast erst einen Anzug leihen mußte.
Wir gehörten nicht zu den geladenen Gästen. Wir kannten nicht einmal das Brautpaar. Von daher kann ich nichts zu den übrigen Geflogenheiten einer solchen Feier sagen. Wir besichteten gerade die Kirche, als der Pastor auf uns zukam und uns ansprach. Als wir uns als Deutsche zu erkennen gaben zeigte sich der Pastor hocherfreut und überredete uns mit dreieinhalb Worten in deutscher Sprache, ein paar englischen Brocken und ein vielfaches an Gesten, dass wir doch bitte bleiben sollten. Er lud uns praktisch zu der Trauung ein und ließ keine Widerrede zu. Also blieben wir und gesellten uns zwischen die Zaungäste in den hinteren Reihen. Wir fühlten uns dabei nicht so ganz wohl in unserer Haut, denn schließlich trugen wir lediglich Freizeitklamotten. Gottseidank waren wir damit aber nicht allein. Einige Schaulustige sahen aus, als ob sie gerade von der Feldarbeit kamen. Etwas peinlich wurde es nur, als während der Predigt irgendwann das Word Saksa fiel und der Pastor uns sehr deutlch zunickte. warsch. hat er nur gesagt, dass er sich über deutsche Gäste in seiner Kirche freut. Jedenfalls richteten sich plötzlich gefühlte 1000 Augenpaare auf uns.

Na, ja, die Geschichte hilft euch warsch. auch nicht viel weiter. Ich mußte nur gerade an dieses Erlebnis denken, als ich deinen Beitrag las. Mein Gefühl sagt mir aber, dass ihr nichts falsch macht, wenn ihr euch so kleidet, verhält oder schenkt, als ob ihr zu einer Hochzeit in Fensburg oder München eingeladen seid.

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