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Re: typisch Finnen

Verfasst: 9. Jan 2018 12:52
von Sapmi
Peter hat geschrieben:
6. Jan 2018 19:52
Gemäß dieser Statistik
http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/ ... .bild.html
trinken die Deutschen sogar noch etwas mehr als die Finnen.
Normalerweise würde ich ja Bild nicht unbedingt als Infoquelle nehmen :wink: , aber ich erinnere mich, dass sowas im Laufe auch schon mehrfach an anderen Stellen gestanden hatte: also dass der durchschnittliche Alk-Konsum in D höher ist als in FIN.
Gut, womöglich wird in FIN nicht das selbstgebrannte Zeug mitgerechnet, das in keiner Verkaufsstatistik auftaucht. :wink:
Andererseits kann ich mir schon vorstellen, dass in D insgesamt wirklich mehr im Alltag die Kehlen runterfließt. Wieviele Leute trinken regelmäßig Wein zum Essen (was ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen kann - zum Essen brauche ich was Durstlöschendes = Alkoholfreies), und dann gibt es doch ständig solche Veranstaltungen, bei denen die Leute zum Saufen angeregt werden sollen, an der Weinstraße z. B. gibt's permanent solche "Weinwanderungen" etc. Da kann man echt nur noch den Kopf schütteln. Die Warnhinweise, gerne auch inkl. Fotos von z. B. kaputten Lebern, Suff-Unfallopfern etc. auf Alkoholflaschen werden wohl nicht so bald kommen...

Re: typisch Finnen

Verfasst: 18. Jan 2018 15:12
von Cooli
Interessant)
war zweimal in der Ukraine, fast alle meine Bekannten und darunter auch Frauen tranken sehr viel Bier und Wodka natürlich.

Re: typisch Finnen

Verfasst: 19. Jan 2018 08:28
von Satu
Es kann stimmen, dass das Gesamtalkoholkonsum in Finnland nicht sehr grösser ist als z.B. in Deutschland, jedoch haben die Finnen eine andere Einstellung zum Trinken und zwar sich zielvoll zu betrinken. Gleich vorweg - dies hat sich aber schon geändert und stimmt nicht auf alle Finnen zu. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den meisten finnischen Haushalten keine verschiedenen Alkoholsorten, von denen man den Gästen anbieten kann, sondern man hat eine Flasche von den man gross anbietet. Wohl nicht mehr heutzutage, aber so kenne ich das von früheren Jahren. Dann trinkt man von der Flasche und meistens bis sie leer ist, es gibt auch den Begriff "Freitagsflasche".

Heutzutage haben viele Finnen aber schon "mitteleuropäische Trinkverhalten" wie die Finnen es ausdrücken, d.h. eine Flasche guten Wein bei Gesellschaft, verschiedene besondere Biersorten ausprobieren, also ohne dem Ziel, betrunken zu werden, nur geniessen. Dann trifft man immer nocht auf die engstirnigen Meinungen, Alkohol sei etwas zum Verstecken und alleine Trinken. Etwas was man nicht locker benutzen kann, wie ein und nur ein Bier z.B. vor Kindern trinkt oder gar zum Mittagsessen während der Arbeitszeit. Vielleicht weil das schon als den halben Weg zum Besaufen angesehen wird. Aber Besoffene in den grossen Feiertagen wie Vappu oder Mittsommernacht werden als "das gehört dazu" betrachtet. Es ist wohl die Menge, die viele Finnen noch nicht ganz beherrschen.

Von meiner Sicht würde ich als typisch finnish die soziale Einstellung erwähnen. Man ist gewohnt, dass der Staat einem alles gibt und man selber nicht so viel Verantwortung tragen muss. Man hebt Anspruch auf dies und jenes, weil hohe Steuern bezahlt werden. Dass allgemeiner Besitz nun keinem gehört und man z.B. Blumenbeeten im Park oder Kunstwerke kaputtmachen und beschmieren kann, weil man es ja nicht bezahlt hat (unlogisch, ja). Es ist auch ungewöhnlich, dass eine Mutter die eigenen Kinder zu Hause betreuen möchte, also wenn sie ca. 1 Jahr alt sind und man weniger Unterstützungsgeld bekommt. Wer lange Zeit mit den Kindern zu Hause ist, wird sogar als komisch betrachtet, man muss ja arbeiten, um den Arbeitsplatz nicht zu verlieren, weil die Kosten so hoch sind (Urlaub in den Süden ist ja ein must!) und wer hält das schon lange zu Hause aus. Und jetzt spreche ich aus eigener Erfahrung, da muss ich mich mit der Eigenverantwortug-Erziehung, die ich von deutsch-finnischen Eltern bekommen habe, schon oft wundern.

Das war schon viel zum Thema, bis zum Nächsten.

Re: typisch Finnen

Verfasst: 19. Jan 2018 15:45
von Cooli
Satu hat geschrieben:
Gestern 08:28
Es kann stimmen, dass das Gesamtalkoholkonsum in Finnland nicht sehr grösser ist als z.B. in Deutschland, jedoch haben die Finnen eine andere Einstellung zum Trinken und zwar sich zielvoll zu betrinken. Gleich vorweg - dies hat sich aber schon geändert und stimmt nicht auf alle Finnen zu. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den meisten finnischen Haushalten keine verschiedenen Alkoholsorten, von denen man den Gästen anbieten kann, sondern man hat eine Flasche von den man gross anbietet. Wohl nicht mehr heutzutage, aber so kenne ich das von früheren Jahren. Dann trinkt man von der Flasche und meistens bis sie leer ist, es gibt auch den Begriff "Freitagsflasche".

Heutzutage haben viele Finnen aber schon "mitteleuropäische Trinkverhalten" wie die Finnen es ausdrücken, d.h. eine Flasche guten Wein bei Gesellschaft, verschiedene besondere Biersorten ausprobieren, also ohne dem Ziel, betrunken zu werden, nur geniessen. Dann trifft man immer nocht auf die engstirnigen Meinungen, Alkohol sei etwas zum Verstecken und alleine Trinken. Etwas was man nicht locker benutzen kann, wie ein und nur ein Bier z.B. vor Kindern trinkt oder gar zum Mittagsessen während der Arbeitszeit. Vielleicht weil das schon als den halben Weg zum Besaufen angesehen wird. Aber Besoffene in den grossen Feiertagen wie Vappu oder Mittsommernacht werden als "das gehört dazu" betrachtet. Es ist wohl die Menge, die viele Finnen noch nicht ganz beherrschen.

Von meiner Sicht würde ich als typisch finnish die soziale Einstellung erwähnen. Man ist gewohnt, dass der Staat einem alles gibt und man selber nicht so viel Verantwortung tragen muss. Man hebt Anspruch auf dies und jenes, weil hohe Steuern bezahlt werden. Dass allgemeiner Besitz nun keinem gehört und man z.B. Blumenbeeten im Park oder Kunstwerke kaputtmachen und beschmieren kann, weil man es ja nicht bezahlt hat (unlogisch, ja). Es ist auch ungewöhnlich, dass eine Mutter die eigenen Kinder zu Hause betreuen möchte, also wenn sie ca. 1 Jahr alt sind und man weniger Unterstützungsgeld bekommt. Wer lange Zeit mit den Kindern zu Hause ist, wird sogar als komisch betrachtet, man muss ja arbeiten, um den Arbeitsplatz nicht zu verlieren, weil die Kosten so hoch sind (Urlaub in den Süden ist ja ein must!) und wer hält das schon lange zu Hause aus. Und jetzt spreche ich aus eigener Erfahrung, da muss ich mich mit der Eigenverantwortug-Erziehung, die ich von deutsch-finnischen Eltern bekommen habe, schon oft wundern.

Das war schon viel zum Thema, bis zum Nächsten.
Seghr interessant und ausführlich!
Woher weißt du das alles?
Wohnst in Finnland?