Bildung: Am deutschen Schulsystem verzweifelt Letzter Ausweg Finnland

Seit PISA blickt alles nach Finnland. Hat das Land ausser guten Schülern, Handys und Nokia sonst noch etwas zu bieten?

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Emaille
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Re: Bildung: Am deutschen Schulsystem verzweifelt Letzter Ausweg Finnland

Beitrag von Emaille » 17. Mai 2017 10:00

Das glaube ich. Am deutschen Schulsystem kann man echt verzweifeln, auch wenn es extreme regionale Unterschiede gibt. Aber meistens unterscheiden sich hier nur die Schwierigkeitsgrade, nicht aber die prinzipiellen Unterrichtstechniken und -Philosophien. Hier ist Finnland deutlich vorraus.

irchel
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Re: Bildung: Am deutschen Schulsystem verzweifelt Letzter Ausweg Finnland

Beitrag von irchel » 20. Mai 2017 12:47

Insbesondere ist Finnland Deutschland und der Schweiz dahingehend voraus, dass Finnland nicht den Fehler gemacht hat, die Einschulung immer früher zu machen. Finnland ist nach wie vor beim Einschulungsalter von 7 Jahren, was ja z.B. in der Schweiz als Rückständig angesehen wird, meiner Meinung nach aber gerade ein Teil des Erfolgsmodelles Finnland ist.
Allerdings hat Finnlands Schule noch einen weiteren grossen Vorteil gegenüber Deutschland und der Schweiz und das ist die fast schon ganz "fehlende" Migration aus bildungsfernen Ländern.
Ein wesentlicher Unterschied ist auch die Anerkennung welche Lehrkräfte in Finnland erhalten udn natürlich die gute pädagogische und didaktische Schulung der Lehrkräfte.

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Peter
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Re: Bildung: Am deutschen Schulsystem verzweifelt Letzter Ausweg Finnland

Beitrag von Peter » 24. Mai 2017 18:19

In Finnland ist es ja auch nicht so einfach, einen Studienplatz für das Lehramt zu erhalten. Gute Abi-Noten sind zwar auch dort von Vorteil, was aber vor allem zählt ist die persönliche Eignung für das Lehramt. Da werden häufig Lehramtsbewerber während eines Kolloquium "durch die Mangel gedreht" und deren Innerstes nach außen gekehrt. Wer da etwa auf die Frage, warum er/sie nun unbedingt Lehramt studieren möchte antwortet, weil er/sie gern mit Kindern arbeitet, hat schon verloren. Was da zählt sind Kompetenz, Durchsetzungsvermögen aber auch Einfühlungsvermögen. Vorerfahrungen im sozialen Bereich mit entsprechenden Zeugnissen sind da hilfreich.
Ja und dann wäre da noch die viel größere Praxisnähe während des Studiums zu nennen. Da kränkelt es in Deutschland enorm. Lehramt ist bei uns schon lange kein beliebter Studiengang mehr. Nicht selten wird Lehramt als letzte Wahl studiert. Und das sind dann ganz sicherlich nicht die besten Voraussetzungen dafür ein guter Lehrer zu werden.

Ich hatte vor vielen Jahren während eines Familienurlaubs die Gelegenheit, die Schule (Yhtenäiskoulu) in Anttola bei Mikkeli zu besichtigen und mich mit einem finnischen Lehrer, der sehr gut deutsch sprach, zu unterhalten. Ich hatte seinerzeit das Gespräch gesucht, weil unsere Kinder für die Schule an einer Arbeit über das finnische Schulsystem schrieben. So wurde ihnen sogar die Möglichkeit geboten, wenige Tage vor dortigen Ferienbeginn einen Schultag live mitzuerleben (u.a. Deutschunterricht). Von diesen "vor Ort" gesammelten Erfahrungen und Daten konnten unsere Kinder sehr profitieren, was ihnen eine sehr gute Note einbrachte.
Einen Satz von unseren Kindern aber werde ich nie vergessen: "So eine tolle Schule mit so tollen Lehrern haben wir noch nie gesehen".

Allerdings wage ich zu bezweifeln ob es auf Dauer gut sein kann, wenn ein Schüler ständig zwischen zwei Ländern und Schulen mit gänzlich unterschiedlichen Schulsystemen hin und herpendelt, selbst wenn der Junge zweisprachig aufwächst und die finnische Sprache beherrscht. Das hätte ich unseren Kindern nicht zumuten wollen. Entweder oder.

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pika
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Re: Bildung: Am deutschen Schulsystem verzweifelt Letzter Ausweg Finnland

Beitrag von pika » 24. Mai 2017 18:43

Ich fand die Art und Weise, wie an finnischen Hochschulen die Vorlesungen gestaltet werden auch besser als in Deutschland. Hab einiges mitnehmen können für mich selbst und viel mehr über mich selbst gelernt als jemals zuvor.

berliner
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Re: Bildung: Am deutschen Schulsystem verzweifelt Letzter Ausweg Finnland

Beitrag von berliner » 21. Sep 2017 13:39

Das deutsche Schulwesen ist zum verzweifeln und fördert Auswanderung regelrecht. Es ist immer wieder erstaunlich wie hier im hohen Norden echtes Wissen vermittelt wird und die Eleven zum mit machen animiert werden. Auch gibt es hier keine Altersdiskriminieurng. Ich kenne Leute, die haben sich jenseits der 60 auf die Schulbank gesetzt. So etwas ist in Deutschland undenkbar.

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