Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Die letzte Wildnis Europas - Das Reich der Mitternachtssonne

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Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Sapmi » 20. Nov 2005 20:51

Gibt’s die überhaupt? ?(

Naja, ich werd‘ mal versuchen, mir was aus den Fingern zu saugen:

- eventuell könnte ich mir vorstellen, dass die lange Dunkelheit im Winter etwas unangenehm sein könnte, wenn man dort im Alltag lebt.

- im Sommer können die Mücken hin und wieder nerven, vor allem beim Wandern, wenn man sich am ganzen Körper bedecken muss, obwohl einem so schon warm genug ist. :(

Zu Lappi als Lääni:

Die Entwicklung des Tourismus, vor allem diverse Einrichtungen für Pauschalschwachmaten, die mit dem schönen, ruhigen Samenland überhaupt nix anzufangen wissen:

- Hauptstadt Rovaniemi: Santa Claus Tourist Office und so’n Schmarrn, jede Menge Souvenir-Ramsch und Plastik-Rentiere, aber keine samischen Bücher und kaum samische CDs in den doch relativ großen Läden. (im Museum „Arktikum“ bin ich allerdings noch nie gewesen, vielleicht taugt das ja was)

- Oberpeinlich: Levi, dieser Massen-Skitourismus-Ort mit dem durch Skilifte verschandelten Levitunturi und den diversen ätzenden Hotels für Busladungen mit der dafür typischen Klientel Bild(z. B. Hotelli Levitunturi mit gleich 2 Otto-Automaten neben dem Eingang, oder Hotelli Hullu Poro mit 2 künstlichen Rentieren in weiß und blau (!) im „Vorgarten“), eine echte Schande für den dazugehörigen Breitengrad.Bild
Zuletzt geändert von Sapmi am 22. Nov 2005 15:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Omega » 21. Nov 2005 17:12

Also im Santa-Park war ich auch noch nicht. Und werde es auch nicht machen.
Das ist mir zu billig. Sowas habe ich auch hier in Deutschland. Muß nicht!

Mit Mücken hatte ich eigentlich noch keine so großen Probleme. Woran´s lag? K.A.
Mir soll´s recht sein!!! :D

Tja, was ist noch "negativ?" (Für den Einen mehr, für den Anderen weniger)

- Das der Zeltplatz in Vuotso nicht mehr ist! Damit ist "der" Ausgangspunkt für Touren in den
Urho Kekkosen NP weggefallen!
- Die stark zunehmende "Vermüllung" von Lappland. "*****, *****!"
- Der Ort Sallan Pyhätunturit! Auch so´n tolles Beispiel für "Betagte." Ski und Luxus.
- Das man auf´m Parkplatz des Naturzentrums in Saariselkä bezahlen muß! [img]mad.gif[/img]

Mehr fällt mir momentan nicht ein.


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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Risto » 6. Jun 2006 17:45

Hier noch einige Umstände:

- Die kommunale Kranken-/Gesundheitspflege in Lappland ist nicht so vielseitig und spezialisiert, wie im Süden. Für spezialisierte Behandlung müssen Lappländer oft in sehr weit entfernt gelegene Krankenhäuser eingeliefert werden.

- Die besten Schulen sind im Süden gelegen. In Lappland müssen sich auch Spitzenschüler mit jener Schule zufrieden geben, die am nähesten gelegen ist - und jedoch können die Schulwege unmässig lang sein. Die Ausbildungsmöglichkeiten sind im Süden ganz im Allgemeinen vielseitiger.

- Die Arbeitslosigkeit in Finnland ist am höchsten in Kainuu, Lappland und Nord-Karelien. Am niedrigsten ist sie auf Åland, in der Haupstadtregion und in Pohjanmaa/Österbotten. Die prozentuell gesehen höchste kommunale Anzahl von im Erwerbsalter stehenden Finnen, die Arbeitslosengeld erhalten, gab es im Jahre 2003 im ost-lappländischen Salla (22,2%). Die niedrigste Anzahl vom Arbeitslosengeldempfänger gab es im gleichen Jahr in Kauniainen, die binnen Espoo in der Haupstadtregion gelegen ist (3,3%).


P.S. Im Thread "Positive Aspekte von Lappland" ist alles schon erwähnt worden, weswegen ich nur in diesem "negativen" Thread einen Beitrag geschrieben habe. Im grossen und ganzen finde ich, dass die meisten Aspekte von Lappland durchaus positiv sind.
Zuletzt geändert von Risto am 6. Jun 2006 17:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Omega » 6. Jun 2006 18:02

Nun ja, Lappland ist halt nicht das Land, in dem Wein und Honig fließen.
Also für ´nem Job da oben wäre ich auch zu haben, warum nicht. Wenn´s der Richtige ist, versteht sich.
Landflucht hat´s dort leider schon immer gegeben. :rolleyes:



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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Sapmi » 6. Jun 2006 18:24

Risto schrieb am 06.06.2006 17:45
Die besten Schulen sind im Süden gelegen.
Das kommt wohl darauf an, was man unter 'ner guten Schule (für's Leben) versteht. :D Prinzipiell haben die dort aufwachsenden und lebenden Menschen (noch) die Möglichkeit, ganz andere Dinge zu lernen, die wir Deppen aus'm Süden noch nicht mal buchstabieren können (sie selbst vielleicht auch nicht ;) , aber darauf kommt's dann eben auch nicht an)
:P
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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Risto » 6. Jun 2006 18:42

Sapmi schrieb:
Das kommt wohl darauf an, was man unter 'ner guten Schule (für's Leben) versteht. Prinzipiell haben die dort aufwachsenden und lebenden Menschen (noch) die Möglichkeit, ganz andere Dinge zu lernen, die wir Deppen aus'm Süden noch nicht mal buchstabieren können (sie selbst vielleicht auch nicht , aber darauf kommt's dann eben auch nicht an)


Meinst du jetzt die Schule des Lebens ("elämänkoulu"), oder ganz buchstäblich die Grundschulen und Gymnasien in Lappland? Was für Dinge meinst du genau..?
Zuletzt geändert von Risto am 6. Jun 2006 19:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Sapmi » 6. Jun 2006 19:01

Hihi, nee, ich meinte natürlich Ersteres. (Die Grundschulen und Gymnasien dort kenne ich nicht).

Ich bin halt so'n Samen-"Fan" und denke, dass man in richtigen Samengebieten (also jetzt nicht Rovaniemi oder so ;) ) noch ganz andere Sachen lernt, z. B. den Umgang mit der Natur (bzw. die Einstellung dazu), usw. Leider ist dieses Privileg auf lange Sicht auch bedroht, aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.
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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von sunny1011 » 6. Jun 2006 19:05

Risto schrieb am 06.06.2006 18:45
- Die kommunale Kranken-/Gesundheitspflege in Lappland ist nicht so vielseitig und spezialisiert, wie im Süden. Für spezialisierte Behandlung müssen Lappländer oft in sehr weit entfernt gelegene Krankenhäuser eingeliefert werden.
Mag sein, dass die Entfernungen sehr weit ist, aber wenn es um die Wartezeiten für reguläre Versorgung und Vorsorge geht, hat ja Pääkaupunktseutu mit Abstand am Schlimmsten abgeschnitten (Wartezeiten bis 1,5 Jahre). Mangel an qualifizierten Arbeitskräften im medizinischen Bereich ist allerdings fast überall in Fin akut.

Und dass die Spezialisten eher weiter weg ist kenne ich aus dem südwesten ebenfalls. Mein Schwiepa bekommt eine total lausige Versorgung als Herzpatient in seinem Städtchen. Im Erstfall ist dann Salo (40 km) zuständig. OP wurde sogar in Turku vorgenommen.
Zuletzt geändert von sunny1011 am 6. Jun 2006 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Risto » 6. Jun 2006 19:33

Sapmi schrieb:
Hihi, nee, ich meinte natürlich Ersteres. (Die Grundschulen und Gymnasien dort kenne ich nicht).

Ich bin halt so'n Samen-"Fan" und denke, dass man in richtigen Samengebieten (also jetzt nicht Rovaniemi oder so ) noch ganz andere Sachen lernt, z. B. den Umgang mit der Natur (bzw. die Einstellung dazu), usw. Leider ist dieses Privileg auf lange Sicht auch bedroht, aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.


Du hast sicherlich ganz recht. Die richtigen Saamengebiete machen aber leider nur einen kleinen Teil des Finnisch-Lapplands aus. Wenn man durchschnittliche "lappilaiset" mit anderen Finnen, die auf dem Land wohnen, vergleicht, ist der Unterschied wohl nicht so gross. Leute auf dem Land haben zwar ganz im Allgemeinen bessere Kenntnisse über Flora und Fauna als urbane Menschen, aber die Samen machen natürlich eine ganz eigene (und unvergleichbare)Kategorie aus.

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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Risto » 6. Jun 2006 19:39

Sunny schrieb:
Mag sein, dass die Entfernungen sehr weit ist, aber wenn es um die Wartezeiten für reguläre Versorgung und Vorsorge geht, hat ja Pääkaupunktseutu mit Abstand am Schlimmsten abgeschnitten (Wartezeiten bis 1,5 Jahre). Mangel an qualifizierten Arbeitskräften im medizinischen Bereich ist allerdings fast überall in Fin akut.

Und dass die Spezialisten eher weiter weg ist kenne ich aus dem südwesten ebenfalls. Mein Schwiepa bekommt eine total lausige Versorgung als Herzpatient in seinem Städtchen. Im Erstfall ist dann Salo (40 km) zuständig. OP wurde sogar in Turku vorgenommen.


Ja, stimmt schon. Die kommunale Gesundheitspflege könnte aus vielen Gesichtspunkten auch im Süden besser sein. Vor allem die Wartezeiten sind einfach ungeheuer lang.

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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Tilhi » 25. Jul 2006 15:10

Omega schrieb am 21.11.2005 17:12
- Der Ort Sallan Pyhätunturit! Auch so´n tolles Beispiel für "Betagte." Ski und Luxus.
@Omega
Kannst Du bitte mir etwas genauer erklären, was Du mit den obigen Zitat gemeint hast (ich habe es nicht richtig verstanden)

Ich bin nämlich in Salla fünf Mal im Winter gewesen (Langlaufen ist mein Hobby). Unsere Bekannte haben eine Hütte, etwa 1 km vom Hotel Revontuli entfernt. Ich finde Salla extrem ruhig und schön im Winter.
http://matkailu.salla.fi/?deptid=17969
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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Omega » 26. Jul 2006 18:05

Tilhi schrieb am 25.07.2006 15:10


@Omega
Kannst Du bitte mir etwas genauer erklären, was Du mit den obigen Zitat gemeint hast (ich habe es nicht richtig verstanden)

Ich bin nämlich in Salla fünf Mal im Winter gewesen (Langlaufen ist mein Hobby). Unsere Bekannte haben eine Hütte, etwa 1 km vom Hotel Revontuli entfernt. Ich finde Salla extrem ruhig und schön im Winter.
http://matkailu.salla.fi/?deptid=17969

Nun ja, der Ort hat bei mir den Eindruck hinterlassen, so wie ich es auch schon oft in den Alpen gesehen habe.
Man "versetzt" Berge für den Skitourismus. Das meinte ich damit!


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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Gerhard » 1. Aug 2006 23:06

Sapmi schrieb am 20.11.2005 20:51.................


- eventuell könnte ich mir vorstellen, dass die lange Dunkelheit im Winter etwas unangenehm sein könnte, wenn man dort im Alltag lebt.

- Hauptstadt Rovaniemi: S................ (im Museum „Arktikum“ bin ich allerdings noch nie gewesen, vielleicht taugt das ja was)

Bild
[/QUOTE

Ich habe in diesem Jahr die ausklingende Polarnacht kennelernen dürfen, es ist nicht nur dunkel und schlimm, aber die Kälte gibt kaum nach. Man sollte sich mal darauf einlassen und den arktischen (?!) Winter testen...

..... das Arktikum braucht man dann kaum noch.
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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Sapmi » 7. Aug 2006 14:59

In Kilpisjärvi wird auch immer mehr gebaut. :(
Ist mir schon letztes Jahr und eigentlich auch schon 2004 aufgefallen; und das geht gerade so weiter: wieder neue Ferien-Mökkis stehen rum, Bagger graben rum, etc.
;(
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Re: Negative Aspekte von Lappi / Saamenmaa

Beitrag von Omega » 21. Aug 2006 18:07

Negatives anno 2006 in Lappland:

- daß in Enontekiö wieder was für den Skitourismus planiert wird,
- die weitere "Vermüllung",
- daß einige Bohlenstege im NP nicht mehr unterhalten werden,
- daß VERHALTEN einiger vermeintlicher Touristen [img]mad.gif[/img] [img]mad.gif[/img] [img]mad.gif[/img] ,
- zunehmende "wilde" Feuerstellen.



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