Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Direktpassage nach Finnland? Oder über Schweden? Mit welcher Schiffahrtslinie? Preise, Erfahrungen und mehr.

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Schelle
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Schelle » #16 »2. Jun 2005 11:50

Hey,

Jürgen: Die Preisunterschiede zwischen Schlafsitz und Kabine sind enorm. Da zahlt man locker das doppelte, wenn man eine Kabine braucht.

Nach Sitzung des Kriegsrates haben wir beschlossen über die Via Baltica nach Tallinn zu fahren und dort mit der Fähre nach Helsinki überzusetzen. Wir fahren zu viert mit Hund im T5. Allerdings werden keine großen Besichtigungstouren unterwegs stattfinden, höchstens mal ein längerer Stop zum Baden an der lettischen oder estischen Ostseeküste. Die Autofahrt ist ca. 1500 km lang (Dresden - Talinn). Im April sind wir über 2000 km nach Norwegen gefahren, Erfahrung mit langen Fahrzeiten haben wir also.
Anfang Juli geht es los. (Würde am liebsten schon heute aufbrechen!!)

Bis später
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Jürgen
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Jürgen » #17 »2. Jun 2005 12:19

@Schelle,
es ist schon klar , das die Kabinen teurer sind, aber 21 Stunden Überfahrt im Schlafsessel ist doch nicht ganz ohne.Wir fahren ja vorher noch von Worms nach Rostock.
Letztes mal sind wir von Worms nach Travemünde gefahren(640 km),mit der Fähre nach Trelleborg (6 h),durch Schweden (760 km),mit der Fähre nach Turku (11 h) und dann nochmal von Turku 200 km mit dem Auto. Das alles ohne Kabine und immer mal nur im Auto gepennt oder auf der Fähre in irgendeine Ecke verdrückt.Das schlaucht ganz schön und wir haben das vielleicht auch ein bißchen unterschätzt.Deshalb werden wir wohl dieses Jahr von Rostock nach Hanko fahren und eine Kabine buchen, denn wir sind schon 30 bzw. 35 und daher nicht mehr so belastbar :D .
Übrigens komme ich ursprünglich aus Lauchhammer( A13 Abfahrt Schwarzheide/BASF), das sollte dir als Dresdner eigentlich was sagen.
Tschüß Jürgen

Naali
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Naali » #18 »2. Jun 2005 13:33

Ich fahre von Lahti nach Hanko (2-3 Stunden) und dann von Rostock nach Stuttgart (mit Pausen 9-10 Stunden) alleine mit dem Auto und habe auf dem Schiff auch eine Kabine. Ohne würde ich wohl auch kaum überleben.
Da ich zwei Hunde habe, ist eine Schiffreise zwischen Finnland und Deutschland auch gar nicht anders möglich als mit Kabine. Aber ohne wäre es für mich und die Hunde ziemlich stressig. Da zahle ich lieber mehr und habe es auf dem Schiff gut..hihi
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Die Lidscha
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Die Lidscha » #19 »7. Jun 2005 15:33

Hallo Schelle,

ich möchte dir mal ein wenig Mut machen, was die Anreise nach Finnland über Polen und das Baltikum betrifft!
Wir sind zu viert im Alter von 18 bis 23 Jahren (2x weiblich und 2x männlich) diese Strecke gefahren. Zuerst ging es nach Dresden, dann weiter über Warschau (kleine Stadtrundfahrt) in die Masuren, wo wir Bekannte haben, bei denen wir übernachten konnten. Aber ansonsten sind die Preise für Übernachtung und Sprit sehr günstig, zumindest war das 2002 noch so.
Das waren an einem Tag knapp über 1.000 km (für euch Minus 150km, weil wir ja noch nach Dresden mussten) in etwa 14 Stunden, natürlich mit einigen Pausen. Die Autobahn in Polen ist dir ja vielleicht bekannt!? - man sollte vorher aufs Klo gehen :)) Allerdings kann sich da schon einiges getan haben in den letzten drei Jahren.
Ansonsten sind die Polen ein sehr nettes Volk, die nicht nur den Golf von uns wollten... Aber man muss sich erst an die Fahrweise gewöhnen - es wird generell überholt, auch bei Gegenverkehr. Der fährt dann netterweise auf dem immer vorhandenen Standstreifen weiter. Sehr faszinierend.
Am zweiten Tag sind wir durch das komplette Baltikum gefahren. Probleme mit Zoll etc. gab es nicht. Zwischen Polen und Litauen wurde gerade eine Autobahn gebaut, und weil die LKW sich auf ewige Kilometer stauten, durften wir diese Straße bereits vor der Fertigstellung benutzen. Heute sollte das eine komplett ausgebaute Fernstraße sein.
Ansonsten beschränkte sich das Warten an der Grenze auf etwa 30 - 45 Minuten, was ich schlimmer erwartet hatte. Nur zwischen Lettland und Estland wurden wir vom Zoll kontrolliert, der die Fahrgestellnummer sehen wollte. Und an einer Grenze, ich weiß nicht mehr welcher, mussten wir eine Versichertenkarte (Haftpflicht) für PKW kaufen. So etwa 10€. Wird heute auch nicht mehr aktuell sein wegen der EU.
An dem Tag legten wir knapp 700 km in elf Stunden zurück, inklusive Warten an der Grenze.
Übernachtet haben wir in der Nähe von Tallinn (Pärnu) auf dem Zeltplatz "Green" direkt am Wasser. Hier kostete der Zeltplatz 4€ all inklusive (Stellplatz, sanitäre Anlagen, Küchenbenutzung etc.). Ich weiß nicht, wie weit die Preise seit dem EU-Beitritt gestiegen sind, aber westeuropäische Verhältnisse werden sie noch nicht erreicht haben!?
Ja, am nächsten Tag sind wir ausgeschlafen auf die Fähre (Superfast?) und waren 1 1/2 Stunden später in Helsinki.

Wir haben das so gemacht, weil es einfach preiswerter ist. Außerdem lernt man mal ein paar Gebiete kennen, die man ja sonst nur vo VOrurteilen her kennt. Und man erlebt mal mit, wie die Finnen stapelweise Alkohol aus Estland nach Helsinki karren :D

Also, ich kann es nur empfehlen, und vielleicht könnt ihr euch ja einen Tag mehr Zeit nehmen, so dass ihr einiges mehr seht. Wir konnten nur Warschau und Tallinn näher kennenlernen. Aber das Baltikum ist auf jeden Fall eine Reise wert!

LG und viel Spaß,
die Lidscha
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Schelle » #20 »11. Jun 2005 13:00

Hey Lidscha,

Vielen Dank für den Erfahrungsbericht. Ich hoffe, dass bei uns auch alles so gut läuft. Was habt Ihr denn für die Fähre gelöhnt?
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Die Lidscha » #21 »15. Jun 2005 15:08

Hallo Schelle!

Wir haben laut meinen alten Unterlagen damals pro Person 26€ bezahlt und 22€ für das Auto. Also jeder 31,50€. Wir hatten über den ADAC gebucht und dadurch noch einmal Mitgliederrabatt bekommen. Auf der Internetseite vom ADAC ist aber diese Verbindung nicht mehr eingetragen.... Mmh. Vielleicht mal direkt nachfragen?
Ich glaube, wir sind mit Tallink gefahren, naja, auf jeden Fall war es eine superschnelle Fähre, nicht so ein riesiges Boot... Weißt du ungefähr, was ich meine?! Die Preise auf der Tallink-Seite sind jedenfalls ähnlich denen, die ich in meinen Unterlagen gefunden habe.

Viel Spaß wünscht
die Lidscha
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Medienluemmel » #22 »8. Jul 2005 21:37

Meine Frau und ich, wir sind im vergangenen Jahr über Polen und das Baltikum nach Finnland gefahren - es war ein wirklich unvergessliches Erlebnis, und deshalb werden wir auch in diesem Herbst wieder diese lange Fahrtstrecke auf uns nehmen.
Sowohl Polen als auch Litauen, Lettland und Estland verwöhnen den Besucher mit einer umwerfenden, teilweise noch naturbelassenen Landschaft; die Menschen sind sehr freundlich. Die Fahrt durch Polen war zwar mitunter etwas anstrengend, weil sich auf den strecken mit Schlaglöchern übersäten Pisten kaum ein Einheimischer an Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten scheint. Auch muss man sich erst einmal daran gewöhnen, dass hier - obwohl nur zwei Fahrspuren vorhanden sind - auch trotz Gegenverkehrs munter überholt wird. Vom Entgegenkommenden wird einfach erwartet, dass er nach rechts ausweicht.
Spätestens im nördlichen Polen wird Autofahren dann zur reinsten Erholung: Auf der Via Baltica herrscht nur noch wenig Verkehr.
Vielleicht noch einige "technische" Hinweise:
Wir haben die Etappe von Nordbayern nach Tallinn in drei Tagen bewältigt - erste Etappe bis Warschau: Hier sollte man möglichst am Wochenende ankommen, da die Hotels unter der Woche in der polnischen Hauptstadt erheblich teurer sind. Am zweiten Tag sind wir bis Kaunas in Litauen gefahren, am dritten Tag bis Tallinn. Die Grenzkontrollen haben stets nur wenige Minuten gedauert, an den Tankstellen im ehemaligen Ostblock wünscht man sich einen grösseren Tank - im Herbst lagen die Preise etwa bei 70 Prozent des deutschen Preisniveaus.
An Tankstellen und dort, wo Touristen verkehren, kann man problemlos mit einer Kreditkarte zahlen - und das sollte man vielleicht auf der Durchreise auch, da man sich sonst vier verschiedene Währungen besorgen müsste.
Gute Fahrt!
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von sunny1011 » #23 »9. Jul 2005 18:59

Das polnische Volk ist mir schon bekannt, bin schliesslich da aufgewachsen. Ob ich wollte oder nicht... :D

Allerdings würde ich die Strecke auch nicht nehmen. Es mag sein dass man den Rest zu Fuss bewältigen muss... (war nicht bös gemeint *duckundweg* 8) ). Und Vorsicht mit Mietcampingautos oder Mietautos im Allgemeinen. Die sind meist nicht mal zugelassen, in diese Länder zu fahren.

Die Kriminalität ist recht hoch. Mir erscheint nach gut 15 Jahren alles ziemlich fremd.

Der Norden ist sehr schön, Danzig ist sehenswert und es gibt auch eine Seelandschaft(Ostpreussen, Masuren).
Zuletzt geändert von sunny1011 am 9. Jul 2005 19:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Aus Finnen von Sinnen [auf Finndeutsch]: "Finnland verhält sich zu der Erde wie das Erde zu der Universum. Weisst du, wir sind ein bisschen weit weg von die Zentrum, und wenn du vorbeifliegst an uns, denkst du, ach, da gibt es doch nur Wasser und Wolken. Deswegen steigt auch wenige aus hier. Macht aber nix, sind ja auch ganz gut allein zurechtgekommen bis jetzt (...) Allerdings lässt sich dieser O-Ton (...) hochmutiger auslegen. (...) dass ihre Heimat der einzige Ort auf Erden ist, an dem sich wahrhaft intelligentes Leben findet (...)

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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Klaus » #24 »15. Jul 2005 11:36

Ich würde da auch sehr vorsichtig sein. Vor allem im östlichen Polen aber auch Litauen (durch die russische Enklave Königsberg kommt man ohne Visum nicht durch) und Lettland können sehr unangenehme Überraschnungen bereithalten. Ein Freund von mir war letztes Jahr in Lettland und meinte, alleine als westlicher Tourist befindet man sich ständig in Gefahr, überfallen zu werden. Sicher kann das auch gut gehen, ihm ist z. B. nichts passiert, aber er spricht auch fließend Russisch (zweite Sprache in den Baltikumländern). In Estland scheint die Lage etwas besser zu sein, weil es dort der Wirtschaft auch besser geht. Von da habe ich noch nicht so viel negatives gehört.

Aber wie gesagt, es kann auch gut gehen und Reisen entlang dieser Route würde ich auch gerne mal machen. Das lohnt sich allemal. Sehr schöne Landschaften (ostpreußische Seenplatte im heutigen Masuren (PL) und der Enklave Königsberg (RUS), die Baltikumländer und die langen Sandstrände mit den großen Wanderdünen an der Ostseeküste. Aber vielleicht ist es sicherer, in ein paar Jahren zu fahren.
Många bäckar små, blir en stor å.

Die Politiker von heute machen Politik nur für einen Tag. Und der Tag war gestern. (Dieter Hildebrandt)

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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Schelle » #25 »3. Aug 2005 15:07

Hey, wir habens geschafft!

Der Urlaub war supi. Wir wanderten die Bärenrunde und noch mal eine kleinere Strecke. Zwischendurch legten wir eine Paddeltour ein. Das Wetter war am Anfang fast zu warm zum wandern. Mit vereinzelten Regentagen, die wir am Schluss des Urlaubs hatten muss man ja immer rechnen. Das Land, die Leute (und die Saunen) sind einfach toll. Auf der Rückreise haben wir noch eine Nacht in Tallinn verbracht. Die Altstadt ist eine der schönsten, die ich bisher gesehen habe.
Die Autofahrt von Dresden nach Tallinn dauerte ca. 26 h. Die Rückfahrt 24,5, da wir nachts durch Polen fuhren und uns so die innerstädtischen Staus in Warschau und Breslau ersparten. Wir konnten uns ja immer schön beim Fahren abwechseln, da wir zu viert waren. Der Hund brauchte allerdings alle zwei Stunden eine Pause, außer nachts, wenn er schlief. Die Strecke ist im baltischen Raum super zu fahren. Die Straße ist fast vollständig gut ausgebaut und Rastmöglichkeiten gibt es auch. An den Grenzen hatten wir nie Probleme, auch nicht mit dem Hund. Längste Wartezeit ca. 5 Min. Wäre die Strecke in Polen genauso toll, bräucht man bestimmt 3-4 Stunden weniger. Dort gibt es nur wenige autobahnähnliche Strecken. Die Strassen sind in schlechtem Zustand. Aufgrund des Fehlens von Umgehungsstrassen muss man durch die Innenstädte von Warschau und Breslau fahren. Ganz zu schweigen von den tausend Dörfern. Wir hefteten uns dann vor allem nachts an Ortskundige, die wahrscheinlich wussten, wann man auch mal schneller durch Dörfer fahren kann. An zwei Stellen waren ca. 30 km lange Baustellen mit unzähligen Bauampeln. Während unsere Durchschnittsgeschwindigkeit im Baltikum bei 79 km/h lag, schafften wir in Polen nur 63 km/h.
Für die Viking-Fähre Tallinn/Helsinki bezahlten wir jeweils knapp über 80 Euro pro Fahrt (ca. 3h).
Insgesamt kann ich sagen, dass man zwar weniger entspannt in Helsinki ankommt, dafür aber ungleich billiger als wenn man mit der Ostseefähre übersetzt. Ohne große Schlafpause kann man aber nur fahren, wenn man mehr als zwei Fahrer hat.
Noch eatwas zu den Ländern, die wir durchfurhen: Im Baltikum war ich sehr postiv überrascht. Nicht nur Tallinn ist eine tolle Stadt, auch wenn man sich die ländlicheren Gegenden anschaut, sieht man, dass sich die Leute liebevoll um Ihre Höfe/ Häuser kümmern. Man hat das Gefühl man ist in Europa. Auf jeden Fall denken wir darüber mal eine längere Reise ins Baltikum zu machen. In Polen war ich allerdings sehr erschrocken. Als zeitungslesender, DLF- hörender Mensch dachte ich, man fährt in ein Land, in dem sich ein gewisser Wohlstand langsam ausbreitet, egal ob in einer europäischen Hauptstadt wie Warschau, oder im ländlichen Raum, der Milliarden- Förderungen durch die EU erhält. Wenn aber nicht mal überregionale Transitverbindungen (die Via Baltica ist ja nur ein Teil der Europastrasse Tallinn- Prag) in einigermaßen ordentlichen Zustand sind, fragt man sich wohin das Geld fließt. Die einzig schönen 20 km waren in Ostpolen, als die Strecke die Masuren streifte. Aber vielleicht sind wir ja auch nur durch den besonders hässlichen Teil Polens gefahren.
bis später
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Svea » #26 »3. Aug 2005 19:43

Oh, einen Hund hattet ihr auch dabei :) . War das echt kein Problem?

Also, ich hätte etwas Angst mit meinem Hund durch "den Osten" zu fahren, denn ich kenne es von der Tschechei, dass dort sehr viele aggressive große Hunde in den Dörfern rumliefen, während meist keine Menschenseele zu sehen war :( .
Aber gut, wenn man ununterbrochen fährt, bekommt man da wohl weniger Schwierigkeiten...

Und die lange Fahrt bis nach Kuusamo? Als wir 2002 unseren Hund mit nach Finnland nahmen, hatte ich den Eindruck, dass ihn das ziemlich mitgenommen hat :( , aber es war auch sehr warm. In fremde Hände geben würde ich meinen Hund allerdings auch seeeeeehr ungern.
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Die Lidscha » #27 »4. Aug 2005 09:04

Hallo Schelle,

da bin ich ja froh, dass ihr genauso begeistert wart wir wir damals!
Bei Polen kann ich dir nur zustimmen! Wahrscheinlich hat sich nicht viel geändert seit damals (2002). Die Fahrt durch Warschau war schrecklich, alles voll stinkender alter Ikarus-Busse und PKWs. Was aber auffällt an Polen: Die Höfe und Häuser können noch so verfallen sein, die Kirche(n) im Dorf sehen immer topp aus. Ich habe ein Bild gemacht, da sieht man ein verfallenes Dorf mit vier (!) Kirchen. Total unverständlich!
Gibt es eigentlich noch diese unendlich langen LKW-Schlangen an den Grenzen? Für PKW scheint sich ja jedenfall seit der EU einiges verbessert zu haben.

Dann wünsche ich noch einige erholsame Tage im kalten Deutschland :))
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Naali » #28 »4. Aug 2005 09:54

@Svea:Bei Hunden ist das ziemlich unterschiedlich...der Hund meiner Mutter fuhr früher total ungern Auto im Auto mit und er war schon nach kurzen Fahrten total fertig. Vor Aufregung übergab er sich dann sogar. Da wir eben aber auch fast jede Woche ins Mökki fuhren und wir den Hund auch nicht in Pflege geben konnten sprachen wir mit dem Tierarzt darüber. Er gab uns dann ein leichtes Beruhigungsmittel und es half super. Nach einigen Fahrten ging es dann auch ohne. Auch lange Fahrten sind schon lange kein Problem mehr.
Meine eigenen Hunde fahren zum Glück sehr gerne im Auto mit. Ich gehe vorher mit ihnen ausgiebig spazieren und dann schlafen sie im Auto stundenlang :)
Sini springt übrigens vor Begeisterung, dass es wieder auf große Fahrt geht, in jede offene Autotür.
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Schelle » #29 »4. Aug 2005 11:59

@Svea: Mit dem Hund zu fahren war überhaupt kein Problem. Ich hatte im T5 die mittleren Sitze ausgebaut und die Rückbank nach vorn geschoben bis ca. 80-90 cm hinter die Vordersitze, damit er zum liegen genug Platz hat (es ist ein Mischling in Schäferhundgröße) und weil man sich auf der Bank natürlich viel besser zum Schlafen hinlegen kann. Beim ersten Einsteigen war er etwas unsicher, nach dem dritten Einsteigen hatten wir das Gefühl er hatte den Bus als Hundehütte angenommen. Er sprang immer als erster rein. Außerdem schien es ihm sehr zu gefallen inmitten seines "Rudels" zu liegen. Wenn er unruhig wurde, hielten wir eben mal kurz. Aber meist reichte ihm die Pausenanzahl, die wir selbst auch benötigten.
An den Grenzen hatten wir nie Probleme. Wir erwähnten einfach nicht, dass wir einen Hund dabei haben und zeigten auch seine Papiere nicht vor. Einmal wurde er an einer innerbaltischen Grenze bemerkt, aber den Beamten juckte das gar nicht. Da die Fährfahrt für den Hund teurer als für eine Person war, machten wir es auf der Rückfahrt übrigens genauso und niemand merkte was, obwohl der Hund überall auf der Fähre mit war.
Was wir allerdings bemerkten war, dass viele Finnen und fast alle Tallinner sehr großen Respekt, wenn nicht sogar Angst vor ihm hatten. Vor allem da er ohne Leine sowieso viel besser mitläuft. Wir hatten das Gefühl, dass die Leute so einen großen Hund als normales guterzogenes Haustier überhaupt nicht kannten.

Wir hatten übrigens mehr Probleme den Hund ans Kanu zu gewöhnen als an den Bus. Aber wenn er dann mal drin war, war er super entspannt. Wir hatten ihm gegen Regen und Sonne eine dünne Holzplatte ins Boot gespannt, so dass er geschützt war. Das Kanu sah natürlich supi aus, jeder schaute uns an. Mal sehen vielleicht find ich ein schönes Foto davon.
Insgesamt war es glaub ich für den Hund eine tolle Zeit. Immer frische Luft, wandern, baden, immer im "Rudel". Nach dem Aufstehen und der Saunaabkühlung im See begrüßte er jeden einzeln mit wedelnden Schwanz und Küsschen. Beim Wandern lief er immer an zweiter Stelle und passte auf, dass wir uns nicht gar zu weit trennten. Wenn einer zu schnell war, stellte er sich in den Weg und wenn einer zu langsam war, rannte er ab und zu hinter, um zu schauen das derjenige noch da war.

@Lidscha: Die Kirchen haben wir nicht so bemerkt, zumal wir rückzu nachts durch Polen fuhren. Ich nehm an, dass es am stark verbreiteten Katholozismus in Polen liegt, wenn die Kirchen so top aussehen.
Wir sahen auch nur einmal eine LKW- Schlange von vielleicht 200 m. Aber wahrscheinlich würdest Du es bei Deinen Erfahrungen gar nicht als Schlange bezeichnen. An den restlichen Grenzen standen zwischen 0 und höchstens 3-4 LKW.

Bis später
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Re: Mit dem Auto nach Finnland durch Polen/Baltikum

Beitrag von Die Lidscha » #30 »6. Aug 2005 19:59

@Schelle: Nein, 200m sind wahrlich keine Schlage. Vor drei Jahren waren das noch 20 km ;)
Ich fand es eben sehr beeindruckend, wie die Leute sich um ihre Kirchen kümmern und nicht um die eigenen vier Wände. Naja, wenn sie lieber in der Kirche sind :))

LG
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