20. Nordischer Klang

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Nordischer Klang
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20. Nordischer Klang

Beitrag von Nordischer Klang » 30. Apr 2011 13:29

Finnlandspezifische Veranstaltungen beim 20. Nordischen Klang

In diesem Jahr feiert das Kulturfestival Nordischer Klang seinen 20. Geburtstag. Seit zwei Jahrzehnten lockt es jedes Jahr nordeuropäische Künstler in die kleine Hanse- und Universitätsstadt Greifswald. In diesem Jahr haben wir ein extra pralles Programm:

SA 7.5., 16:00 Aula Liederabend mit Merja Mäkelä, (Mezzosopran) und Heikki Pellinen (Klavier)
Werke von Sibelius, Melartin, Fauré, Duparc und Montsalvatge
Eintritt: 12/8, Kinder bis 12 Jahren frei!

Merja Mäkelä & Heikki Pellinen
„Gib mir Dein Herze” – nach dieser volksliedhaften Weise ihres finnischen Landsmanns Erkki Melartin hat die Mezzosopranistin Merja Mäkelä ihren Liederabend betitelt. Es geht um die Liebe, und zwar auf fünf Sprachen und aus einer Vielzahl von Blickwinkeln, denn das Programm spannt einen selten gehört großen Bogen. Sibelius' schwedischsprachige Kompositionen aus dem Norden dürfen nicht fehlen, von Melartin stammt ein „Indisches Lied”, und vom Katalanen Montsalvatge erklingen die afrokubanisch inspirierten „Cinco canciones negras”. Arien aus Massenets „Werther” und Mozarts „La clemenza di Tito” sowie französische Kunstlie- der von Fauré erweitern die internationale Spannbreite des Konzerts und dokumentieren die künstlerische Vielseitigkeit Merja Mäkeläs. Die junge Sängerin hat sich in Deutschland in den letzten Jahren vor allem als Mitglied des Solistenensembles der Kieler Oper einen sehr guten Namen gemacht. Die Ausbildung absolvierte sie an der Fachhochschule von Pirkanmaa in Tampere, der Musikhochschule Stadia in Helsinki, der Opernhochschule Stockholm und der Musikhochschule „Hanns Eisler” in Berlin. In Meisterkursen bei Brigitte Fassbaender, Christa Ludwig, Udo Reinemann und Sherrill Milnes komplettierte sie ihre gesangliche Schulung. Begleitet wird sie vom Pianisten Heikki Pellinen. Er studierte an der Sibelius-Akademie in Helsinki unter Liisa Pohjola. In Karlsruhe setzte er seine Studien fort und spezialisierte sich auf das Lied. Heute arbeitet er als Kammermusiker, Liedpianist und Orchestersolist in Nordeuropa und Deutschland. Außerdem ist er als Lehrer für Klavierspiel und Lied am Konservatorium Helsinki und an der Fachhochschule Metropolia tätig.


MO 9.5., 19:30 Aula Zeitgenössische Musik Saariaho And Other Gardens (Randi Pontoppidan (voc), Jennifer Dill (fl) Linda Edsjö (perc)
Eintritt: 10/6

Saariaho And Other Gardens
Am 5. Mai dieses Jahres wird die finnische Komponistin Kaija Saariaho in Kopenhagen mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise für musikalisches Schaffen überhaupt. Sie gehört zu den bedeutendsten Tonschöpfern unserer Zeit, ihre Kompositionen werden auf
der ganzen Welt aufgeführt. Sie hat transparente, bunte und expressive Musik geschrieben, die auf künstliche Distanz zum Publikum verzichtet. Ihren Werken widmen sich auch Linda Edsjö (Schlagzeug), Jennifer Dill (Flöte) und Randi Pontoppidan (Stimme und Elektronik). Letztgenannte studierte Jazz- und klassischen Gesang in Den Haag. Ihr Mitwirken in Hilliard Ensemble-Mitbegründer Paul Hil-
liers Vokalensemble Theater of Voices brachte sie auf Konzertreisen um die ganze Welt. Im Duo Lift mit dem Tänzer Stuart Lynch war sie 2006 schon einmal beim Nordischen Klang. Jennifer Dill spielt klassische Kammermusik gleichermaßen wie Neue und Improvisationsmusik. Man kann sie sowohl in dem elektro-akkustischen Duo LeLe als auch in dem klassischen Ensemble Haydn Delight erleben. Linda Edsjö komponiert und improvisiert nicht nur, sondern lässt ihre Musik auch auf Texte, Theater, Tanz oder Video treffen. Im ersten Teil des Konzerts werden sie drei Werke Saariahos interpretieren: „Lohn” erzählt eine mittelalterliche Liebesgeschichte aus der Provence, „Noa Noa” trägt den Duft der Malerei Paul Gauguins und Polynesiens, und „Six Japanese Gardens” ist inspiriert von der Ästhetik japanischer Gärten. In der zweiten Hälfte des Konzerts laden die Musikerinnen das Publikum in ihren eigenen Garten, wo improvisierte Musik im Hier und Jetzt geschaffen wird.


DI 10.5., 9:00 (+10:30) Stadtbibliothek Kinderbuchlesung mit Timo Parvela: Ella und der Superstar, die Übersetzung liest Clara Sondermann
Eintritt: frei

Timo Parvela: Ella und der Superstar
Ellas Mitschüler Pekka ist kurz davor sitzen zu bleiben. Und alles nur, weil er das Einmaleins nicht kann. Dabei wäre er doch viel lieber ein richtiger Superstar. So beschließen Pekka und seine Mitschüler einen Manager zu organisieren – schließlich
kümmern sich Manager um alle Angelegenheiten ihrer Klienten. Der wird sicher auch die Versetzung in die nächste Klasse regeln. Das alles wäre viel einfacher, wenn dem Mathelehrer nicht auch noch die Obdachlosigkeit drohte. Sein Vermieter will ihn
samt Familie aus der Wohnung schmeißen, weil seine Hunde nachts zu laut bellen. Seine Schüler wollen ihm helfen...
Timo Parvela zieht mit dem hintergründigen Humor der scheinbar naiven Kinderperspektive, gepaart mit Schlagfertigkeit und Slapstick, die Leser in seinen Bann. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt: „Kinder halten sich den Bauch vor Lachen.“ Und Erwachsene nicht minder! Timo Parvela wurde 1964 im finnischen Jyväskylä geboren. Zunächst arbeitete er viele Jahre als begeisterter Lehrer. 1989 erschien sein Erstlingswerk „Poika“ (Junge). Heute schreibt er für Kinder und
Erwachsene gleichermaßen. Timo Parvela erhielt für seine Arbeit als Schriftsteller immer wieder Auszeichnungen, zuletzt im Jahr 2007 den für Kinderbücher verliehenen Topelius-Preis. In Finnland ist er vor allem für seine Ella-Bücher bekannt. In der Ella-Reihe sind seit 1995 18 Bücher erschienen. Sie
sind in Finnland Kult und sollen verfilmt werden. In Deutschland erschienen neben „Ella und der Superstar“ bereits drei weitere Titel aus der Ella-Reihe.


DO 12.5., 15:30 Nordische Abteilung Midisage mit Vortrag “Auf nach Finnland. Plakate und Reisen 1851-1965” Regine Elsässer
Eintritt frei!
22.4. – 7.7. Nordische Abteilung Ausstellung Auf nach Finnland. Plakate und Reisen 1851-1965
Eintritt frei!

Auf nach Finnland
Die Wanderausstellung „Auf nach Finnland” öffnet die Tür zu einem kulturellen Erbe Finnlands, das in Vergessenheit geraten war: die Plakatkunst. „Auf nach Finnland” zeichnet die finnische Geschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive: wie ein unbekanntes Land im Norden es schaffte, Besucher aus allen Teilen der Welt anzulocken. Die Plakatkunst war der entscheidende Faktor. Man schuf ein Image von Finnland als dem gelobten Land der Natur, des Glamours und der Romantik. Dieses historische Finnlandbild hat das Projekt „Auf nach Finnland” für die Nachwelt bewahrt. Für die deutsche Perspektive hat die Arbeitsgruppe um den Autor Magnus Londen in Archiven und Museen in Berlin und Essen recherchiert und bis dahin vergessene Finnlandplakate gefunden. Die Ausstellung entstand auf der Grundlage des Buches ”Auf nach Finnland”, das auf Deutsch in der Übersetzung von Regine Elsässer 2008im Verlag Sektorn Press erschien. „Wir sind besonders froh über die deutsche Ausgabe. Die Verbindungen zwischen Deutschland und Finnland waren schon immer sehr eng, sowohl kulturell als auch wirtschaftlich", sagt der Autor Magnus Londen.


DO 12.5., 20:00 Theater Konzert Wimme Saari Group (Wimme Saari, voc; Tapani Rinne (cl), Matti Wallenius (string instr), Juuso Hannukainen (perc), Tuomas Norvio (electronics, sound)
Eintritt: 20/14

Wimme Saari Group
Wimme Saari gilt als einer der bekanntesten Joik- Sänger Finnlands und als ein Star der internationalen Weltmusik-Szene. Joik – das ist der Gesang der Samen, der Ureinwohner Nordeuropas, in dem die Elemente, die Berge und Seen, die Wälder und Flüsse, die Tiere und das Leben im hohen Norden besungen werden. Ausgehend von dieser Tradition schafft Wimme seine ganz eigene Musik. Seine Joiks reichert er mit freien Improvisationen an und arbeitet mit verschiedensten Vertretern zeitgenössischer Musik zusammen; etwa dem Komponisten Aldo Brizzi oder der elektro-experimentellen Jazzformation RinneRadio. Zum Nordischen Klang kommt er mit der Wimme Saari Group: Hier stehen die intensiven, klaren Melodiebögen Wimmes im Zentrum der Musik, umschwebt von Tapani Rinnes Klarinette, Matti Valenius Streichinstrumenten und den elektronischen Klangteppichen Tuomas Norvios. Alles wird dezent pulsierend unterlegt von Juuso Hannukainens Percussion. Mit dieser Besetzung spielte er 2010 sein letztes Album ein. „Mun“ (auf Deutsch: „Mein“) bietet eine reiche Palette, die von kontemplativ- emotionalen Stücken bis zu freudig-verspielten reicht. Wimmes Joik kann unheimlich-gespensterhaft klingen, aber ebenso einen plaudernden Ton annehmen. Mittendrin kann man sich aber sogar
schon mal in einem Pariser Café wiederfinden, wenn die Band einen Musette-Swing anstimmt. Und im nächsten Lied mischen sich schamanenhafte Beschwörungsformeln mit elektronischen Soundscapes. Was alle Stücke verbindet ist die Stimme Wimme Saaris: Warm, emotional und absolut authentisch.


FR 13.5., 21:00 Mensaclub Metal-Nacht: To Cast A Shadow, Osasto ( Janne Ruuska (voc, b), Antti Kervinen (g), Hate Heininen (dr)
Eintritt: 10/6

Osasto
Wenn man „Osasto“ im Internet sucht, stößt man auf alles Mögliche. Das Wort bedeutet auf Deutsch schlichtweg „Abteilung“, in der Bahn, im Krankenhaus, im Kaufhaus. Im Falle unserer Abteilung dreht es sich um drei ganz besondere Herren aus Finnlands wildem Osten. Auf ihren Fotos erscheinen sie zuweilen wie menschliche Verkörperungen der Lordi-Monster. Mit Eigenarten: etwas langsamer, etwas dunkler, etwas psychischer. In ihrer Pressemitteilung beschrieben Osasto sich als eine endlose Saunasession. Viel Bier, lauter Punkmetal, geflüsterte sinnlose Worte. Bis zum Deli ri um. Das würde reichen, sagen sie, um eine ungefähre Vorstel-
lung davon zu bekommen, worum es geht. Nun, finnische Männer reden halt nicht wie Wasserfälle... Die Band wurde 2003 gegründet, in ihrer aktuellen Formation besteht sie seit 2007. Der musikalische rote Faden fand sich schnell und führte bis zu Warner Music Finnland, wo sie ein Jahr später bereits ihren Plattenvertrag unterschrieben. Die Debütsingle „Rakas päivakirja“ ließ nicht lange auf sich warten.
Musikalisch halten Osasto die finnische Rocktradition stolz aufrecht. Ein treibender Beat, wilde Gitarre und darüber die kraftvolle Stimme von Sänger
Janne Ruuska sorgen für einen satten Sound. Ruuska scheut sich nicht, über Dinge zu singen, die Andere sich nicht zu sagen trauen. Das schreibt die Band auf ihrer Homepage. Typisch finnisch, also: hart, ehrlich und wunderbar rockig. Musik, mit der
sich sicher schon der Eishockey-Nachwuchs seinen Einzug aufs Spielfeld begleiten ließ, bereit zum Gefecht und dazu, dem Publikum eins drauf zu geben. Osasto ist der Beitrag Kotkas, der finnischen Partnerstadt Greifswalds, zum Nordischen Klang.


SA 14.5., 15:00 St. Spiritus Abschlussfest mit Chokladfabriken, Jaakko Laitinen & Väärä Raha (Jaako Laitinen (voc), Jarkko Niemelä (tp, bouzouki), Marko Roininen (acc), Tuomo Kuure (b), Janne Hast (drums))
Eintritt: 8/5 Kinder bis 12 Jahren frei!

Jaakko Laitinen & Väärä Raha
Neuerdings ist in Finnland Falschgeld (=Väärä Raha) im Umlauf. Und das erfreut sich allem Anschein nach auch noch großer Beliebtheit. An der Seite ihres Sängers Jaakko Laitinen beweist die Band mit dem ungewöhnlichen Namen, dass finnische Musik mehr zu bieten hat als dunklen Metal und Hardrock mit gruseligen Monstermasken. Gegründet wurde die Band 2009 von fünf in Helsinki lebenden Lappländern. Die Band singt von den Sorgen und Freuden des Lebens, von unerwiderter Liebe und von Geld, das wie Seifenblasen zerplatzt. Sie gedenken der guten, alten Zeiten und halten die Flammen der Hoffnung hoch, oh yes. All das wird serviert in einer Mischung aus Balkan- und Zigeunermusik, alten russischen Melodien, und einem Schuss unsterblicher Tangos der finnischen Meister. Melodramatik aus den Weiten Russlands gepaart mit dem knisternden Temperament der Bordelle Buenos Aires hat in dem Land der 1000 Seen eine neue Heimat im kalten Norden gefunden. Die Musik von Jaakko Laitinen & Väärä Raha ist ausgesprochen tanzbar und ihr erstes Album wurde von den finnischen Medien hoch gelobt. Jaakko Laitinen & Väärä Raha haben auf zahlreichen Konzerten in Finnland und Estland die Zuhörer für sich gewonnen. In den Reihen ihres Publikums findet man Pensionäre und Punker und alle Generationen dazwischen. Eine Musik für jede Feier, ob Dorffest, Vorstadtbar, Konzertsaal, hipper Dancefloor oder gar der lauschiger Innenhof des St. Spiritus.


DO 12.5. – SA 14.5., Nordische Abteilung Studierendenkonferenz “Brücke nach Finnland”
Kontakt: fennistik@web.de

Studierendenkonferenz „Brücke nach Finnland“
Vor 90 Jahren wurde in Greifswald das erste Finnischlektorat Deutschlands eingerichtet. Aus Anlass dieses Jubiläums laden die Greifswalder Fennistikstudieren-
den alle Interessierten herzlich zur Konferenz „Silta Suomeen“ – „Brücke nach Finnland“ ein. Die Vortragenden der Tagung, die aus Finnland, Estland, Österreich und von verschiedenen deutschen Universitäten anreisen, stellen in kurzen Referaten und Vorträgen ihre Forschungsvorhaben und Projekte mit Finnlandbezug vor. Wir freuen uns auf einen interdisziplinären Austausch mit Studierenden der verschiedensten Fachrichtungen und Anregungen für die weitere wissenschaftliche Arbeit aller Teilnehmenden. Die Themen reichen von sprachwissenschaftlichen Fra-
gestellungen (Zur Verbrektion, Studien der estnischen Sprachwissenschaften) über kulturelle Beiträge (u.a. über finnische Esskultur, zur Identitätsbildung auf den Ålandinseln, Finnische Filmtitel und deren Entsprechungen im Deutschen) bis hin zu literaturwissenschaftlichen Themen (z.B. Modernismus, Politische Mythenanalyse des Kalevala). Auch der Dokumentarfilm „Wenn Finnen singen“ wird gezeigt und kann im Anschluss mit dem Filmemacher diskutiert werden. Abgerundet wird das Programm durch ein finnisches Buffet und das Spiel Mölkky. Über zahlreiche Teilnahme freuen wir uns.
Herzlich willkommen und Tervetuloa!

Weitere Informationen findet ihr auf www.nordischerklang.de

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