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#121 Re: Finnische Namen

Verfasst: 18. Apr 2006 14:13
von Naali
Habe meine Nachnamensänderung am 21.3. beantragt und heute kam der Bescheid, dass ich nun den neuen Nachnamen benutzen kann.

Namensänderung geht nur aus wichtigen Grund (Unschöne Bedeutung des jetzigen Nachnamens, Nachname zu schwierig) oder wen man den Namen seiner Vorfahren benutzen will (geht bis Mädchenname der Oma). Im ersten Fall kann man einen eigenen Familiennamen "aussuchen". Er muß aber völlig neu sein, denn Familiennamen sind in Finnland generell geschützt und wenn der Name nicht in seiner eigenen Familie war, darf man ihn nicht nehmen.

#122 Re: Finnische Namen

Verfasst: 18. Apr 2006 14:33
von sunny1011
Naali schrieb am 18.04.2006 15:13
Habe meine Nachnamensänderung am 21.3. beantragt und heute kam der Bescheid, dass ich nun den neuen Nachnamen benutzen kann.
Ich gratuliere! :) Hoffentlich war das ein langersehnter Wunsch und nicht wegen unserer Konversation ;) . Ich find's nach wie vor locker, und unbürokratisch (alleine die kurze Wartezeit, Wahnsinn!), wie die Namensänderung abläuft. Allerdings wäre das nichts für mich, symbolisch wie mein "selbst" aufzugeben. Nicht mal nach der Ausreise aus Schlesien habe ich mein "i" gegen ein "j" im Vornamen getauscht. Nachnamen dann doch bei Heirat. Da bin ich persönlich konservativ und stolz den gemeinsamen Namen zu tragen.

#123 Re: Finnische Namen

Verfasst: 18. Apr 2006 14:41
von Naali
Nein, natürlich nicht. Den Namen wollten wir schon lange wieder zurückholen, da er der Name unserer Familie ist (keine andere Person heißt so) und er praktisch zum Aussterben verdammt war.
Ich finde nicht, dass es ein Aufgeben von mir selbst war. Zu der Familie meines Vaters habe ich keinen Kontakt, meine Familie war immer die meiner Mutter.

Einen fremden Namen würde ich persönlich auch nicht annehmen wollen. Auch hätte ich den Namen nicht in einer "Allerweltsnamen" geändert.
Und auch die Schreibweise meines Vornamens würde ich nicht ändern..da käme ich mir schon fremd vor. Obwohl ich alle möglichen Schreibvariationen meines Namens gewohnt bin *g*

#124 Re: Finnische Namen

Verfasst: 18. Apr 2006 19:30
von saksade
Ich trage auch einen geänderten Nachnamen, den mein Vater hat ändern lassen. Er hatte einen schwedischen Namen und wollte den einfach übersetzt auf Finnisch bekommen. Diese Übersetzung war aber schon "besetzt" und so hat er selbst einen konstruiert. Ich war immer stolz auf diesen Namen, den nur meine Familie hat.

Als ich dann in Deutschland einen Deutschen heiratete, wollte ich meinen Mädchennamen beibehalten. Damals ging es noch nicht. Nach damaligen finnischem Recht wäre möglich nur zuerst der finnische Name und danach mit Bindestrich der Mannesname, aber in Deutschland war es genau andersherum. Das hatten die Beamten beim Standesamt nicht gewußt und so hatte ich bei der Trauung einen Doppelnamen bekommen. Als ich dann drei Wochen später meinen Pass ändern lassen wollte, wurde mir gesagt, dass sie so einen Namen auf meinen Pass nicht eintragen dürfen [img]mad.gif[/img] So musste ich noch mal zum Standesamt und mir die Papiere neu geben lassen. Schweren Herzens musste ich meinen Namen aufgeben. 25 Jahre später habe ich doch noch meinen alten schönen Mädchennamen erhalten (Scheidung). Ich ging nur eines Tages zum Standesamt und wollte erkundigen, was für Papiere man beischaffen müßte um den Namen ändern zu lassen. Sie fragten, ob ich meinen Pass dabei hätte, mehr bräuchten sie nicht. Anderthalb Stunden später ging ich raus und hatte einen anderen Namen. Ich war richtig erschrocken, es ging irgendwie zu schnell.

#125 Re: Finnische Namen

Verfasst: 18. Apr 2006 19:43
von Naali
Mein Name ist auch ein eingefinnischter (vom schwedischen). Es ist keine direkte Übersetzung, da man den ursprünglichen Namen nicht übersetzen kann. So hat mein Urgroßvater einen Namen erfunden und dieser war immer in "Familienbesitz" und er ist uns auch sehr wichtig.

#126 Re: Finnische Namen

Verfasst: 19. Apr 2006 10:39
von riksu
ich bin gerade über die suchmaschine gestolpert und muss mich wundern:
Naali schrieb am 11.03.2006 08:43
Es gibt in Finnland auch 7 Männer mit meinem Vornamen :D Dabei ist es wirklich kein Name für Männer *g*
wir haben den gleichen vornamen und bei mir kommen nur 3 männer raus, die diesen vornamen haben Bild

#127 Re: Finnische Namen

Verfasst: 19. Apr 2006 14:09
von Naali
Es gibt verschiedene Schreibweisen, aber es ist der gleiche Name*g*

#128 Re: Finnische Namen

Verfasst: 19. Apr 2006 14:52
von riksu
Naali schrieb am 19.04.2006 15:09
Es gibt verschiedene Schreibweisen, aber es ist der gleiche Name*g*
das macht mich nun ja noch stutziger... ich dachte bisher wir werden gleich geschrieben?

wüäh, is des kompliziert! ;)

#129 Re: Finnische Namen

Verfasst: 19. Apr 2006 14:58
von Naali
Ich meine..es gibt generell unterschiedliche Schreibweisen :D

#130 Re: Finnische Namen

Verfasst: 16. Sep 2007 23:15
von sunny1011
Das Europäische Gericht der Menschenrechte hat zugunsten eines Klägers entschieden, der gegen den Beschluss klagte, die Registrierung des Namens Axl Mick nicht zulässig sei. Auch wenn die Schreibweise nicht ganz so "traditionell" ist:

http://www.hs.fi/english/article/Refusa ... 5230122420

Also lässt man sich doch nicht alles verbieten (wie früher mal diskutiert in Gedanken-Thread, dass ein Vorname von Kindern finnischer Eltern finnisch oder gängig in Finnland sein *muss*. Individualität ist Triumph :)

Ähnliche Fälle gab es bereits mit Minja, Tertta, Jonina und Dersim. Keine Rückenstärkung gab es im Falle Ainut Vain Marjaana Bild mit der Begründung, dass die ersten zwei Namen keine richtige Vornamen sind.

#131 Re: Finnische Namen

Verfasst: 17. Sep 2007 00:34
von Risto
Sunny schrieb:

Also lässt man sich doch nicht alles verbieten (wie früher mal diskutiert in Gedanken-Thread, dass ein Vorname von Kindern finnischer Eltern finnisch oder gängig in Finnland sein *muss*. Individualität ist Triumph :)


Die Frage, die ich hier stellen würde, lautet nicht: "Soll Individualität erlaubt sein?", denn die Frage greift die eigentliche Problematik dieses Themas gar nicht an. Natürlich würden wir alle bejahend antworten. Was wir uns vielmehr fragen sollten, ist: "Soll eine partielle Einschränkung der Individualität als Teil der gesetzlichen Förderung der Nationalsprachen und der nationellen Identität vorkommen dürfen?"

Es ist ja nämlich nicht etwa so, dass es diese partielle Einschränkung der Individualität gäbe, um alle Finnen im gleichen Form zu gestalten, sondern sie dient einen gewissen Zweck, und zwar einen Zweck, der auf lange Sicht eben die Interessen der finnischen Individuen dienen soll. Die etwas komplexe Frage lautet nur, ob die Nachteilen der o.g. partiellen Einschränkungen für Individuen womöglich grösser sind, als die Vorteilen der o.g. Förderungen für die Nation.

Sollte meine Antwort "ja" sein, würde ich die Abschaffung des heutigen Namensystems befürworten. Meine Meinung würde ich aber dann eben auf die Abwiegung zwischen den o.g. Vor- und Nachteilen gründen, nicht darauf, dass ich die Möglichkeit zur Individualität im heutigen Finnland für irgendwie zu gering halten würde. Schliesslich ist Individualität in Finnland erlaubt und gewünscht, nur in gewissen Bereichen eben im Rahmen der jeweiligen Umständen.

#132 Re: Finnische Namen

Verfasst: 17. Sep 2007 07:04
von sunny1011
Unbestritten, dass es Vor- und Nachteile dabei gibt :) . Selbst bin ich nicht der Befürworter von "Unworten" oder "Entstellungen" als Vornamen, aber steife "Zwänge" gefallen mir anderenseits ebenso wenig. Bin selbst ein Opfer davon (in Polen durfte man nicht die deutsche Schreibweise der weibl. Vornamen, die mit -ja enden, verwenden (sondern dann -ia), obwohl es durchaus machbar ist, diese genauso auszusprechen. Jetzt bin ich froh, dass ich in D oder FIN dadurch "anders" bin :) ).

Es ist schon ein Kontrast, ob die Buchstabenzusammenstellung zumutbar erscheint, wenn einer das möchte (-> Axl, andere Schreibweise), bis hin zu einem Trend, der über kurz oder lang dem amerikanischen ähnelt: --> Ainut Vain hat was von Apple oder Bunny ;) Eben, dass man beliebig das Wörterbuch aufschlagen und jedes Wort als Eigenname umfunktionieren könnte. Das wäre sicher auch nicht schlimm, aber je nach Sprache wohl zum Spott verurteilt (besonders unter Kindern). Wiederrum, irgendwann hatte auch Onni, Orvokki oder Sari-Kukka ihren Ursprung. Also fragt man sich, wieso kann man jetzt nix Neues zum Vornamen erklären. Wann war die "Zeit", wenn die Definition "das ist ein finnisches/deutsches/xxx Vorname "abgeschlossen" wurde, so dass man nix Innovatives hinzufügen sollte. Schwierig schwierig... aber ich verstehe was Du meinst.

Und nein, Kävin und Schäntäll wirklich nicht unbedingt... Dass man in Deutschland dabei diese Namensgebung jetzt nachträglich als "sozialschwach" veruteilt ist auch etwas erschreckend. Schliesslich war das mal "Mode" und die kleinen können eh nix dafür.

#133 Re: Finnische Namen

Verfasst: 17. Sep 2007 16:51
von Risto
Sunny schrieb:

Und nein, Kävin und Schäntäll wirklich nicht unbedingt... Dass man in Deutschland dabei diese Namensgebung jetzt nachträglich als "sozialschwach" veruteilt ist auch etwas erschreckend. Schliesslich war das mal "Mode" und die kleinen können eh nix dafür.


Du bringst es auf den Punkt. Wenn es über dieses Thema diskutiert wird, scheinen die Rechte der Eltern häufig im Zentrum der Argumentation zu sein. "Die Eltern sollen doch den Recht haben, sich für den Namen ihrer Kinder zu entscheiden", wird es nicht selten angeführt. Es sind aber die Kinder, die mit ihren Namen leben müssen. Dabei stehen wir wieder vor einer Abwiegungsfrage: sollen die Rechte der Eltern mehr Wert zugeschrieben werden, als die Rechte der Kinder?

Die Gesetzvorbereitungskomitee hat eine klare Stellung zu dieser Frage im Gesetzgebungsprozess genommen. Die Antwort war negativ. Genau die Rechte der Kinder hat man als ein Argument in den Vorarbeiten des Namengesetzes angeführt, und zwar in dem Sinn, dass die Regelung u.a. als eine Erscheinungsform des Rechtsprinzips "heikomman osapuolen suojelun periaate" ("das Prinzip um den Schutz der schwächeren Partei") dienen soll. Aus dem Sicht der Kinder geht es beim Namengesetz auf kurze Sicht darum, dass sie einen rechtlichen Schutz gegen eigenmächtigen Schrullen ihrer Eltern geniessen.

Die Lage in Deutschland, wo jetzt Deutsche namens Kevin, Chantal, Jacqueline, Jennifer, Jessica, Jackie und Chayenne als sozialschwach abgestempelt werden, und zwar ohne die geringste Schuld daran selber zu tragen, deutet darauf hin, dass es die finnische Namenregelung wohl wirklich nicht umsonst gegeben hat.

#134 Re: Finnische Namen

Verfasst: 17. Sep 2007 18:16
von saksade
Risto schrieb am 17.09.2007 16:51
... aber die Kinder, die mit ihren Namen leben müssen. Dabei stehen wir wieder vor einer Abwiegungsfrage: sollen die Rechte der Eltern mehr Wert zugeschrieben werden, als die Rechte der Kinder?
Ich frage mich bloß, wie soll man wissen, wie die Kinder später heissen wollen. Ein Säugling kann selten seine Meinung in dieser sache äußern ?( Ich bin ein Unikum, und bin es sehr gerne.

#135 Re: Finnische Namen

Verfasst: 18. Sep 2007 09:23
von Zeratul
gut zu wissen dass meine Schwester als sozialschwach zählt lol
als meine Mutter sie Jennifer genannt hat war der Name außerdem noch nicht in Mode ^^